Die Europäische Flüchtlingspolitik humanisieren!

Die Flüchtlingspolitik der Europäischen Union ist ein einziges Desaster. Die EU, welche sich

weltweit proaktiv als Verfechterin der Menschenrechte proklamiert, und den Friedensnobelpreis

erhalten hat, darf solch einen Umgang mit Menschenleben nicht zulassen, und muss sich auch

an der Flüchtlingspolitik messen lassen. In diesem Bereich klafft eine enorme Disparität

zwischen Anspruch und Wirklichkeit. Auf der einen Seite profilieren sich Europas

Regierungschefs weltweit als Beschützer der Verfolgten und als Kämpfer für Menschenrechte

und Humanität. Auf der anderen Seite lässt man es bewusst zu, dass tausende von Menschen,

welche in Europa Schutz und unsere Hilfe suchen, im Mittelmeer ertrinken. Diesem Handeln

muss ein Ende bereitet werden. Um künftig möglichst allen Flüchtlingen dieses Schicksal

ersparen zu können, müssen Veränderungen umgesetzt werden. Einerseits gibt es in Europa

ein Asylrecht, und das ist auch gut so. Asylrecht ist Menschenrecht. Auf der anderen Seite aber

schottet sich die „Festung Europa“ ab, und ermöglicht es Flüchtlingen nicht, legal einzureisen.

Als Sofortmaßnahme fordern wir, das Seenotrettungsprogramm „Mare Nostrum“

wiederaufzunehmen. Es ist unsere humanitäre Pflicht, Menschen in Seenot nicht ihrem

Schicksal zu überlassen. Wir erklären unsere Solidarität mit Italien, welches im Zuge des

Programmes viele Flüchtlinge aufnahm. Europa muss eine solidarische Flüchtlingspolitik

betreiben. Dazu gehört nicht nur, Flüchtenden ein Zuhause zu geben, sondern auch, andere

Länder nicht allein zu lassen. Aus diesem Grund fordern wir einen Verteilungsschlüssel

innerhalb der Europäischen Union, gemessen an der volkswirtschaftlichen Leistungsfähigkeit

und der Bevölkerungszahl jedes Mitgliedsstaates. Zudem fordern wir die Wiedereinführung des

Botschaftsasyls. Auf der einen Seite würde daraus resultieren, dass Flüchtlinge auf dem

Mittelmeer keiner Lebensgefahr mehr ausgesetzt wären, auf der anderen Seite würde

Schleppern und Schleusern somit das Handwerk gelegt werden können. Des Weiteren fordern

wir die deutliche Beschleunigung des Asylverfahrens, um Berechtigten schnellstmöglich den

Status des anerkannten Flüchtlings gewähren zu können, und gegebenenfalls Unberechtigte

auszuweisen. Langfristig muss es selbstverständlich unser Anspruch sein, die Bedingungen in

den Herkunftsländern durch politisch zu verbessern und durch Hilfsmaßnahmen stärken, auch

wenn dieses Ziel noch in sehr weiter Ferne liegt.