Daher fordern wir das Erzeuger fortan alle Produkte die Nanomaterialien beinhalten klar deklarieren und der Verbraucher künftig dadurch für das Thema besser sensibilisiert wird.
Zusätzlich soll in die Forschung über die Nanotechnik(en) und ihre gesundheitlichen und umweltbeeinflussenden Folgen bzw. Schäden investiert werden, um künftig aussagekräftigere Gutachten erstellen zu können und die Nanotechnologie(en) besser einschätzen zu können.“
Begründung
Was bezeichnet man als Nanomaterialien, sprich was ist Nanotechnologie?
Allgemein unter Nanotechnologie versteht man das Studium der Eigenschaften und das gezielte Modifizieren von Bulkmaterial (herkömmliches Material) auf atomarer, molekularer und makromolekularer Ebene.
Diese Forschung wird als Schlüsseltechnologie des 21. Jahrhunderts bezeichnet und findet schon heute viele Anwendungsbereiche in Industrie – und Konsumprodukten, wie beispielweise Kosmetika, Lacke, Kunststoffe und Toner. Sie lassen sich beispielsweise als Bestandteil von Sonnencremes in Form von unsichtbaren UV-Filtern oder von Energiesparenden Displays verwenden.
Auf jeden Fall ein interessanter Forschungsbereich der viele Innovation ins sich birgt, aber auch mit hohen Risiken verbunden ist.
Langzeitfolgen
Aufgrund der Veränderung des Grundstoffes sind langzeitfolgen schwer absehbar, so weiß man das bei gewissen Nanomaterialien (Carbon Nanotubes, CNT) erhöhte Toxizität feststellen lassen und teilweise sogar Karzinogen wirken.
Aufgrund mangelnder Erfahrung mit diesen neuen Substanzen wendet der Gesetzgeber bisher die gleichen Rechtlichen Rahmenbedingungen wie bei Chemikalien an, vor allem bei den Schwellenwerten der Stoffe ist dies fatal da sie in keinem Vergleich zu herkömmlichen Chemikalien stehen, da ihre Packungsdichte oft viel geringer ist und daher die Wirkung auf den Menschen und die Umwelt höher.
Risiken
Die Risiken sind vielschichtig, einmal bestehen sie vor allem für den Konsumenten und die Umwelt, aber auch für Firmen und die Forschung die aufgrund von unzureichenden Studien große Reputationsrisiken befürchten müssen.
Eine Studie die von Arbeitsschützern und Messtechnikern (Pirela, Sandra V., et al. „Consumer exposures to laser printer-emitted engineered nanoparticles: A case study of life-cycle implications from nano-enabled products”.) betrieben wird kam 2014 zu dem Ergebnis das immer mehr Toner Hersteller Nanomaterialien (Metalloxide) beifügen um die Druckqualität zu verbessern.
Dennoch haben die Hersteller nicht die Pflicht diese Toner zu deklarieren und da bisher keine Gesundheitsstudien zu diesen Stoffen vollzogen wurden besteht hierbei ein hohes potenzielles Risiko.
Auch die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) untersuchte 16 verschiedene Titanoxide die ihre Anwendung in Kosmetika und Pestiziden finden, Ergebnis der Untersuchung war das alle Stoffe Krebserregend sind.
Fazit
Mangelnder Transparenz von Seiten der Forschung und der Hersteller macht das Risiko und die Langzeitfolgen nicht erfassbar. So ist es doch absurd das Hersteller von Tabakwaren ihre Produkte immer stärker als Krebserregend oder Gesundheitsgefährdend auszeichnen müssen, obwohl Konsumenten sich den Konsum frei aussuchen, aber gleichzeitig Hersteller von genauso gefährlichen Stoffen nicht mal darauf hinweisen müssen und Verbraucherumfang weitaus höher ist als der von Tabakkonsumenten.
Gerade Deutschland als Vorreiter in diesem Technologiebereich, sollte auch Vorreiter im Schutz des Verbrauchers sein. Vor allem wenn diese Technik immer mehr Anwendungsbereiche findet und finden soll.
Auch die Langzeitfolgen sollten besser Überprüft werden, sonst läuft man Gefahr eine ähnliche Problematik wie bei Asbest zu schaffen, das Anfänglich aufgrund seiner Hervorragenden Eigenschaften als „Wunderfaser“ bezeichnet wurde, heute aber in der EU und in Schweiz aufgrund seiner Gesundheitsgefährdung verboten ist und ein großes Problem in der Entsorgung darstellt.
