Mit der Unisex – Toilette in die Zukunft!

Wir Jusos haben die Vision, dass in unserer Gesellschaft jede und jeder einen gleichberechtigten Platz hat. In der Individualität eines jeden Menschen sehen wir das Potenzial für ein friedliches, aufgeschlossenes und von Wertschätzung geprägtes Zusammenleben. Die Jusos Baden-Württemberg fordern, dass die Unisex-Toilette in unserer Gesellschaft zu einem Standardmodell für das „stille Örtchen“ wird. Die gesetzlichen Rahmenbedingungen (z.B. Nr. 4.1 des Anhangs zur Arbeitsstättenverordnung) müssen dementsprechend angepasst werden. Die Trennung nach Geschlechtern soll zum Ausnahmefall werden. Hiebei muss jedoch beachtet werden, dass in einigen Situationen die
Möglichkeit der Trennung nach Geschlechtern bestehen sollte, vor allem in Zusammenhängen, in Deneen Alkohol konsumiert wird wie Clubs etc..

Begründung

Zu einer großen Vision gehört auch, sie im vermeintlich Kleinen umzusetzen. Im Jahr 2017 hat das Bundesverfassungsgericht klargestellt, dass im Personenstandsrecht eine dritte Geschlechteroption für Menschen geschaffen werden muss, die sich keinem binären Geschlecht zugehörig fühlen (Beschluss v. 10. Oktober 2017, 1 BvR 2019/16).

Diese Entscheidung findet in alltäglichen Situationen ihren Widerhall, teils jedoch mit absurden Ergebnissen: Wenn etwa eine Toilette für das sog. „dritte Geschlecht“ – um den gesetzlichen Bestimmungen zu genügen – mit der Toilette für Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen zusammengelegt wird, dann wird hierdurch ein komplett falsches Signal ausgesendet. Hier wäre es viel angebrachter, gesellschaftliche Barrieren im Ganzen abzubauen und für die Vielfalt der Geschlechter einheitliche Toilettenräume zur Verfügung zu stellen.

Schließlich kennen es die allermeisten von uns von Haus aus und von Kindesbeinen an gar nicht anders, als dass sich alle Geschlechter die gleichen Toiletten teilen. Es ist an der Zeit, angestaubte Regelungen zu beseitigen und damit die Entwicklung einer verständnisvolleren Gesellschaft zu fördern!