Mit Brosius-Gersdorf oder ohne uns!

Die Jusos Baden-Württemberg erklären sich solidarisch mit der von der SPD nominierten
 Richterkandidatin für das Bundesverfassungsgericht, Frauke Brosius-Gersdorf.

 Wir verurteilen aufs Schärfste die derzeit laufende rechte Hetzkampagne gegen eine
 angesehene Juristin, die sich nichts hat zuschulden kommen lassen und die über
 herausragende juristische und wissenschaftliche Qualifikationen verfügt. Diese
 Diffamierung dient allein dem Ziel, eine unabhängige, qualifizierte und unbequeme
 Frau durch Desinformation und persönliche Angriffe zu diskreditieren.

 Dass wir überhaupt darüber diskutieren müssen, ob diese angesehene Kandidatin vom
 Parlament bestätigt wird, ist ein klares Versagen der CDU-Führung – insbesondere von
 Friedrich Merz und Jens Spahn. Statt sich schützend vor eine durch ihre Arbeit
 verdiente Persönlichkeit zu stellen, lassen sie zu, dass rechtspopulistische
 Narrative Raum greifen. Sie betreiben damit das Geschäft derjenigen, die das
 Vertrauen in die Institutionen unserer Demokratie gezielt untergraben wollen.

 Es ist offensichtlich, dass hier versucht wird, mit bewusst gestreuten
 Falschinformationen und Skandalisierungen eine anerkannte Kandidatin zu verhindern –
 nicht wegen mangelnder Eignung, sondern aufgrund eines politischen und ideologischen
 Machtkampfes. Solche Kampagnen dürfen keinen Erfolg haben. 

 Wenn wir einmal nachgeben, wird dies zum Türöffner für weitere rechte Kampagnen gegen
 demokratische Institutionen, insbesondere gegen FINTA in Führungspositionen.

 Wir erwarten von der CDU, dass sie sich ihrer staatspolitischen Verantwortung stellt
 und der gemeinsamen Kandidatin zustimmt. Alles andere wäre ein Einknicken vor
 demokratiezersetzender Stimmungsmache – und ein verheerendes Signal an alle, die sich
 in diesem Land für Recht, Gerechtigkeit und Gleichstellung einsetzen.

 Die SPD darf hier keinen Schritt zurückweichen. Wer sich glaubhaft gegen rechte
 Hetze, gegen Desinformation und gegen den demokratiefeindlichen Kulturkampf der
 Rechten stellen will, darf nicht im entscheidenden Moment einknicken. Wir Jusos
 erwarten, dass die SPD mit voller Überzeugung zu ihrer Kandidatin steht – sonst
 machen wir uns selbst unglaubwürdig im Kampf gegen Falschinformation, rechte
 Stimmungsmache und den Hass von rechts.

Begründung

erfolgt mündlich