Flächendenkende medizinische Versorgung sicherstellen

Wir, die Jusos Baden-Württemberg, fordern die SPD-Bundestagsfraktion dazu auf, das Thema der medizinischen Versorgung in strukturschwachen Gebieten wieder auf die Tagesordnung zu bringen.


Es gilt, die dortige ärztliche Versorgung zu fördern, die medizinisch ambulante durch nicht-ärztliche, medizinisch gebildete Angestellte ausgeführte Arbeit finanziell mehr zu unterstützen und das Medizinstudium zu reformieren. Zentralisierte Medizinertests müssen eingeführt werden und die finanzielle Versorgung der Universitäten sichergestellt werden.

 
Das Berufsbild von Land- und Hausärzten muss gefördert werden, um auch junge Studenten für diese Form des Arztberufes zu begeistern. Dieser muss nämlich attraktiver werden!


Begründung:

Gerade in ländlichen oder sozial schwachen Gebieten ist die medizinische Versorgung fatal. Dies gilt besonders für den gesetzlich versicherten Teil der Bevölkerung. Oft müssen Patienten Tage, Wochen oder sogar Monate auf Haus- und Facharzttermine warten. Das ist inakzeptabel! An solchen Beispielen zeigt sich die Zweiklassenmedizin, welche in Deutschland herrscht.


Im Koalitionsvertrag von 2013 zwischen CDU/CSU und SPD wurde festgelegt, dass die gesundheitliche Versorgung von gesetzlich Versicherten generell verbessert werden sollen. In der „fraktion intern“ vom  30.03.2015 wird nun davon gesprochen, dass Krankenkassen und Ärzte vor Ort entscheiden sollen, ob Kassenärztliche Vereinigungen Praxen aufkaufen und sie in schlecht versorgte Gebiete verlagert werden sollen. Die Jusos sind der Meinung, dass der Staat hier mehr eingreifen sollte.

 
Die medizinische Versorgung in strukturschwachen Gebieten muss subventioniert werden. Dies gilt für Praxen, welche sich bisher vorwiegend in finanziell ergiebigeren Ballungsgebieten ansiedeln. Themen der medizinischen Versorgung in provinziellen und kapitalschwachen Räumen sind schon lange ein Problem, allerdings fehlen weitreichende Taten.


Darüber hinaus muss das Medizinstudium reformiert werden. Nach und nach geschah das immer wieder in Form kleiner Änderungen in den letzten Jahren. Wir setzen uns dafür ein, dass zentralisierte Medizinertests eingeführt werden, um individuellere und gerechtere Einstiegsvoraussetzungen herzustellen.


Um sicherzustellen, dass auch zukünftig genug Mediziner und vor allem Allgemein- und Hausärzte in Deutschland tätig sind, ist es wichtig, dass die finanzielle Versorgung von Universitäten ständig geprüft wird.


Das Berufsbild von Land-, Allgemein- und Hausärzten muss weiter gefördert werden, da diese eine grundlegende Säule unseres Gesundheitssystems bilden. Generell sollten auch ärztliche beziehungsweise fachärztliche Honorare unter den Prüfstand gestellt werden, da es bei diesen oft zu unverständlichen Differenzen kommt.

 
Des weiteren ist es wichtig, Alternativen zum konventionellen System zu entwickeln. So gibt es bereits Modellregionen, in denen medizinische Fachangestellte und beispielsweise Krankenschwestern an Fortbildungen teilnehmen konnten, um kleinere ärztliche Aufgaben ambulant zu übernehmen, was vor allem älteren, nicht mobilen Menschen auf dem Land zu Gute kommt. Wir sind der Meinung, dass diese und potentielle weitere Methoden gefördert und verbreitet werden müssen.


Die SPD ist daher dazu angehalten, das Thema noch innerhalb dieser Legislaturperiode zur Chefsache zu machen und sich in diesen Themen in der Großen Koalition durchzusetzen