Aus- und Weiterbildung stärken und endlich digitalisieren


Weiterleitung: 
Juso-Bundeskongress, SPD-Landtagsfraktion, SPD-Bundestagsfraktion

  Die berufliche Aus- und Weiterbildung ist die Grundlage für die Sicherung von
  qualifizierten Fachkräften und vielversprechenden Aufstiegsmöglichkeiten junger
  Arbeitnehmer*innen. Die Anpassung in Deutschland an moderne Standards ist daher
  unerlässlich. Dabei müssen wir aber leider feststellen, dass vor allem in Punkten
 der
  Digitalisierung noch einiges gemacht werden muss.

  Daher fordern wir:

  1.   Ausbildungsinhalte müssen auf die Zukunft der Arbeitswelt angepasst werden.
      Digitalisierung ist dabei nicht nur eine fachliche Komponente. Der Fokus muss
      dabei auf der Aneignung übergreifender Kompetenzen liegen, die mit bestehenden
      Handlungsfeldern verknüpft werden.
  2.   Technische Grundlagenbildung und erweiterte Technikkompetenz muss Teil der
      schulischen und beruflichen Ausbildung sein. Der jungen Generation darf dabei
      eine Technikkompetenz nicht pauschal zugeschrieben werden, sondern es muss die
      Möglichkeit geben, diese zu erlernen. 
  3.   Gemeinsame Ausbildung in Verbundsystemen muss weiter ausgebaut werden. Die
      Förderkriterien sollen dahingehend angepasst werden, dass Verbundausbildung
     auch
      im nicht-technischem Bereich attraktiver wird und neue Ausbildungsinhalte durch
      Verbundausbildung schneller in die Praxis übernommen werden und mehr Betriebe
      ausbilden können.
  4.   Lernortkooperationen müssen im Zuge der Digitalisierung stärker in den Fokus
      genommen und bei Digitalisierungsprozessen berücksichtigt werden. 
  5.   Dual Studierende und Beamtenanwärter*innen müssen im Rahmen der Digitalisierung
      gleiche Rechte in der Ausbildung zugesprochen werden. Ein erster Schritt
      dahingehend ist die vollumfängliche Aufnahme in den Regelungsbereich der
      Berufsgesetze.
  6.   Digitalisierung soll genutzt werden, um die Förderung von Auszubildenden und
     die
      Inklusion zu steigern. So soll mehr Menschen die Möglichkeit gegeben werden,
      eine anerkannte und vollumfängliche Ausbildung zu absolvieren. Dies kann
      beispielsweise durch digitalisierte Antragsverfahren für Förderungen und
      Unterstützungen, aber auch durch digitale Assistenzsysteme erfolgen.
  7.   In Bewerbungsverfahren und Assessment-Centern darf Technikkompetenz keine
      grundlegende Voraussetzung darstellen. Bewerbungsverfahren sollen
      diskriminierungsfrei und unabhängig von Schulnoten durchgeführt werden.