Zur Weiterleitung an: SPD-Landesparteitag, SPD-Landtagsfraktion
Schulabstinenz ist kein Randphänomen, sondern Realität für tausende Jugendliche in
Baden-Württemberg – mit oft komplexen Ursachen: psychische Belastungen, soziale
Konflikte, Angststörungen oder Diskriminierungserfahrungen. Diese Jugendlichen
verlieren nicht nur Anschluss an Bildung, sondern auch an gesellschaftliche Teilhabe
und berufliche Perspektiven.
Gerade für sie braucht es passgenaue Angebote jenseits des klassischen
Präsenzsystems. Eine vollständig digital organisierte Schule kann hier eine wichtige
Lücke schließen – als niedrigschwelliges, flexibles Bildungsangebot mit
sozialpädagogischer Anbindung. Eine solche Online-Schule darf dabei kein Ersatz,
sondern muss ein ergänzender Rettungsanker im Bildungssystem sein – eingebettet in
pädagogische Betreuung und mit enger Kooperation von Schulbehörden und Jugendämtern.
Wir fordern konkret:
1. Die Gründung eines digitalen Schulversuchs in Baden-Württemberg, der
schulabstinente Jugendliche zwischen 12 und 18 Jahren durch Online-Unterricht und
hybride Sozialarbeit wieder ans Bildungssystem anbindet.
2. Eine enge Anbindung der digitalen Schule an kommunale Jugendämter, um frühzeitige
Hilfeplanung, individuelle Förderung und psychosoziale Begleitung sicherzustellen.
3. Die Evaluation des Modellprojekts nach zwei Jahren, mit dem Ziel einer
landesweiten Skalierung bei nachweisbarer Wirksamkeit.
