Stärkung der Medienkompetenz an Schulen

Weiterleitung an: SPD-Landtagsfraktion

  Die SPD-Landtagsfraktion Baden-Württemberg wird aufgefordert, sich für eine
 deutliche
  Stärkung der Medienkompetenz an Schulen einzusetzen. Ziel ist es, Schüler*innen zu
  befähigen, digitale Medien reflektiert, sicher und verantwortungsvoll zu nutzen.

  Dazu soll Medienbildung verbindlich im Bildungsplan verankert werden. Lehrkräfte
  sollen an Fortbildungen im Bereich Medienbildung teilnehmen, um mit den aktuellen
  Entwicklungen Schritt zu halten. Auch im Lehramtsstudium sollte Medienbildung
  aufgenommen werden. Dadurch würden zukünftige Lehrkräfte auf Medienbildung
  vorbereitet sein.

  Darüber hinaus benötigen Schulen die nötigen Ressourcen, um Medienbildung praxisnah
  und zeitgemäß umzusetzen. Zwar ist die Ausstattung der Schulen Aufgabe der
 kommunalen
  Schulträger. Dennoch sollte das Land Baden-Württemberg die Kommunen unterstützen,
  beispielsweise durch Rahmenvorgaben. Dazu zählen insbesondere eine stabile
  Internetverbindung sowie ausreichende digitale Endgeräte für Lehrkräfte und
  Schüler*innen.

  Da Medienkompetenz nicht allein in der Schule entsteht, ist es für eine
 ganzheitliche
  Förderung unerlässlich, auch die Eltern einzubeziehen. Für sie sollten spezifische
  Informations- und Beratungsangebote geschaffen werden, damit sie ihre Kinder im
  digitalen Alltag kompetent begleiten können.

Begründung

Digitale Medien sind längst fester Bestandteil des Alltags von Kindern und Jugendlichen, jedoch nicht ohne Risiken. Die Bildschirmzeit in dieser Altersgruppe ist laut OECD-Studie stark gestiegen: 15-Jährige in Deutschland verbringen durchschnittlich 48 Stunden pro Woche vor Bildschirmen, das entspricht rund 6,9 Stunden pro Tag. Dies hat gesundheitliche Konsequenzen: Laut Studie können Depressionen, ein gestörtes Körperbild oder Einsamkeit mögliche Folgen sein (vgl. Tagesschau, 5.05.2025 [1]).

Darüber hinaus beeinflusst übermäßige Mediennutzung die kognitive, soziale und emotionale Entwicklung junger Menschen. Eine hohe Bildschirmzeit kann zu verringerter Konzentrationsfähigkeit und Leistungsabfall führen, mit negativen Auswirkungen auf schulische Leistungen (vgl. ZDF, 25.02.2024 [2]).

Gleichzeitig sind viele Schülerinnen und Schüler nicht ausreichend darauf vorbereitet, mit digitalen Inhalten kritisch umzugehen: Fast die Hälfte (47 %) der Kinder und Jugendlichen gibt an, kaum in der Lage zu sein, die Qualität von Informationen zuverlässig einschätzen zu können.

Nur knapp 60 % vergleichen verschiedene Quellen. Etwa ein Drittel überprüft nicht, ob Online-Informationen korrekt sind, bevor sie diese weiterverbreiten. Das ergab eine Sonderauswertung der PISA-Studie 2022 (vgl. Bundeszentrale für Kinder- und Jugendschutz, 06.02.2025 [3]).

Um junge Menschen vor Desinformation und Manipulation zu schützen und ihre Gesundheit zu bewahren, braucht es dringend eine strukturelle Stärkung der Medienbildung an Schulen.

Trotz der bekannten Risiken bieten digitale Medien erhebliche Chancen, etwa durch den Zugang zu Wissen. Um diesen Vorteil wirksam zu nutzen, braucht es eine gezielte Förderung digitaler Kompetenzen im Unterricht.