Deutschkenntnisse sind die zentrale Voraussetzung für Bildungserfolg und soziale
Teilhabe. In deutschen Klassenzimmern sitzen viele Schüler*innen, die erst vor
Kurzem
eingewandert sind oder in deren Elternhaus kein oder kaum Deutsch gesprochen wird.
Für sie stellt der Schulalltag eine doppelte Herausforderung dar: Sie müssen nicht
nur fachliche Inhalte lernen, sondern gleichzeitig die Sprache, in der diese
vermittelt werden.
Oft fehlt es jedoch an qualifiziertem Personal, das systematisch und professionell
Sprachförderung leisten kann. Lehrer*innen übernehmen diese Aufgabe häufig ohne
entsprechende Ausbildung oder zusätzlich zu ihren eigentlichen Aufgaben. Dadurch
wird
die Sprachförderung ungleich und abhängig von den verfügbaren Ressourcen einzelner
Schulen. Das gefährdet Bildungsgerechtigkeit und verhindert echte Chancengleichheit.
Wenn wir Inklusion ernst meinen, müssen wir allen Schüler*innen ermöglichen, der
Unterrichtssprache zu folgen. Dazu braucht es verbindliche DaF-Angebote,
ausgebildete
Lehrer*innen und Zeit. Nur so kann Schule ein Ort sein, an dem alle mitlernen,
mitreden und mitgestalten können, unabhängig von Herkunft oder Familiensprache.
Wir fordern, dass mehr Lehrer*innen gezielt für den Unterricht in Deutsch als
Fremdsprache (DaF) aus- und weitergebildet werden. Dafür müssen an Hochschulen mehr
Studienplätze im Bereich DaF geschaffen sowie flächendeckend Fort- und
Weiterbildungsangebote für bereits tätige Lehrer*innen angeboten werden. An allen
Schulformen, von der Grundschule bis zur weiterführenden Schule, muss es genügend
ausgebildetes Fachpersonal geben, um Schüler*innen mit Förderbedarf gezielt und
qualifiziert zu unterstützen. Für alle Schüler*innen, die keinen ausreichenden Zugang
zur deutschen Sprache haben, sollen verbindlich mindestens fünf Stunden DaF-
Unterricht pro Wochesichergestellt werden.
Zusätzlich muss dieses Angebot auch auf vorschulische Einrichtungen wie Kindergärten
und auf Volkshochschulen ausgeweitet werden.
Gleichzeitig fordern wir eine bessere personelle und finanzielle Ausstattung der
Schulen, um Sprachförderung strukturell abzusichern. DaF-Unterricht darf nicht
nebenbei stattfinden, sondern muss als eigenständiger, pädagogisch qualifizierter
Förderbereich anerkannt werden. Kleinere Gruppen, feste Förderstunden und
verlässliche Ressourcen sind unerlässlich, damit Sprachförderung wirkungsvoll
umgesetzt werden kann und keine Schüler*in zurückgelassen wird.
