Altersarmut von Frauen konsequent entgegenwirken!

Zur Weiterleitung an: Juso-Bundeskongress, SPD-Landesparteitag, SPD-Bundesparteitag

  Die Versammlung möge beschließen:

  Das Partiarchat macht Frauen arm. Gemeinsam mit dem Kapitalismus schafft es endlose
  Möglichkeiten, FINTA Personen klein zu halten und ihnen finanzielle Grundlagen zu
  erschweren. Dabei ist vor allem die Altersarmut von Frauen eine Gefährdungslage, die
  wir nicht weiter hinnehmen dürfen.

  Der Irrglaube, Frauen seien im Alter arm, weil ihnen die finanzielle Bildung fehlt
  und sie schlichtweg zu doof waren, genug zu sparen – ist nicht nur moralisch
  verwerflich, sondern auch in sich falsch. Der Zugang zu finanziellen
  Absicherungskonzepten wird im Kapitalismus allen marginalisierten Gruppen erschwert.
  Dazu gehören auch und vor allem Frauen, die einen Großteil der Sorgearbeit
 übernehmen
  und gleichzeitig abseits unsäglicher Abhängigkeiten nur wenig Chancen auf
 finanzielle
  Absicherung haben.

  Das wollen wir ändern – gesamtgesellschaftlich und politisch – akut und langfristig.

  Deshalb fordern wir:

 • Die Grundsicherung für Rentner*innen muss weiter angehoben werden, um mindestens
 ein
 menschenwürdiges Existenzminimumm zu sichern: Die Grundsicherung muss deshalb
 flexibel bleiben und sich immer wieder an die Lebenserhaltungskosten von
 Leistumgsempfänger*innen
 anpassen. • Zusatzprogramme der Grundsicherung, welche sich auf
 besonders stark gefährdete Gruppierungen spezialisieren und diese, je nach Bedarf,
 noch weiter finanziell unterstützen (z.B. Frauen, die vor der Rente alleinerziehend
 waren und deshalb nicht in Vollzeit arbeiten konnten; generell Frauen in Familien,
 die viel Zeit mit Care-Arbeit verbringen mussten & deshalb nicht arbeiten konnten;
 Frauen im Niedriglohnsektor etc.) müssen finanziell besonders bezuschusst werden.
 • Die Bürger*innenversicherung muss kommen! Nur mit einem solidarischen
 Versicherungssystem, das alle Bereiche der Sozialversicherungen abdeckt und in das
 ausnahmslos alle einzahlen, können wir in Zukunft einen Sozialstaat versorgen, der
 seinen Namen verdient hat.
 • Die Mindestrente muss deutlich über der Armutsgefährdungsgrenze liegen.
 • Altersarmutsprävention fängt schon vorher an: Deshalb fordern wir neben einer
 konsequenten Tarifbindung in weiblich dominierten Berufsfeldern auch den Mindestlohn
 von 15€. • Gerechte Arbeitszeiten und Vereinbarkeit – wer ausbrennt, fällt aus.
 Dabei ist
 klar, dass Sorgearbeit ein unerlässlicher Teil unseres Zusammenlebens ist, den viele
 Frauen kostenlos sicherstellen. Teilzeitmodelle auf dem Arbeitsmarkt müssen deshalb
 mit entsprechenden Ausgleichsleistungen für die Rentenversicherung versehen werden.
 • Mieten, die zum Leben reichen! Gerade alleinerziehende Frauen und Renter*innen
 sind
 auf bezahlbaren Wohnraum angewiesen. Deshalb sind wir überzeugt, dass Mieten
 konsequent gedeckelt und Wucher geahndet werden muss.
 • Starke Kommunen, die kostenlose und niedrigschwellige Angebote für Rentner*innen
 anbieten. Dabei fordern wir ebenfalls kostenlosen ÖPNV sowie die Stärkung und
 Unterstützung von Nachbarschaftshilfen oder anderen zivilgesellschaftlichen
 Solidaritätskonzepten. Damit unsere Kommunen dies leisten können, muss das Land
 diese finanziell unterstützen.
 • Das Kind beim Namen zu nennen – wir brauchen eine gesetzliche Definition von
 Altersarmut und die Anerkennung der besonderen Betroffenheit von Frauen. Bevor es zu
 spät ist – Präventionsmaßnahme:

  – Staatlich unterstützte hybride Modelle der Eingliederung in den Arbeitsmarkt.
  Frauen, die Sorgearbeit leisten dürfen in Zeiten der Digitalisierung nicht zu Hause
  eingesperrt sein. – Ausbildungs- und Weiterbildungsangebote für Frauen,
  die früh Mutter wurden. Das schafft zunächst Unabhängigkeit von Partner*innen, aber
  auch die Grundlage, der Altersarmut entgegenwirken zu können.
  – Realistische Perspektiven, sich aus Abhängigkeiten zu lösen. Dazu gehört eine gute
  Betreuung der jeweiligen Sozialämter, aber auch finanzielle Absicherungs- und
  Bildungsprogramme im Falle einer Trennung.
  – Teilzeitausbildung neu denken. Ausbildungsprogramme dürfen nicht mit den
  klassischen Zeiten familiärer Tätigkeiten überschneiden. Ähnlich wie die Abendschule
  müssen auch hier unterschiedliche Angebote geschaffen und beworben werden.