Weiterleitung an: SPD-Landesparteitag
- Die Anzahl der Kontaktstellen Frau und Beruf in Baden-Württemberg sind deutlich zu erhöhen.
- Jede neue Kontaktstelle Frau und Beruf erhält mindestens das gleiche finanzielle Budget wie die aktuell bestehenden Kontaktstellen.
- Das Budget der bisherigen Kontaktstellen bleibt mindestens auf dem gleichen Niveau wie bisher.
Begründung:
Zur spezifischen Förderung der Erwerbstätigkeit von Frauen gibt es in ganz Baden-Württemberg nur ein einziges Projekt: Die Kontaktstellen Frau und Beruf. Sie haben eine Brückenfunktion zwischen den Frauen und der Wirtschaft und sind mit dem Ziel eingerichtet worden, Frauen dabei zu unterstützen ein existenzsicherndes Einkommen zu erwerben. Ebenso haben sie das Ziel die Chancengleichheit zwischen den Geschlechtern zu verbessern. Die Kontaktstellen geben beispielsweise Frauen, die nach jahrelanger Erziehungs- und Sorgearbeit wieder in den Beruf zurückkehren, Perspektiven und bieten Möglichkeiten zur (Weiter-)Qualifizierung.
Es ist starken Frauen zu verdanken, dass die Kontaktstellen trotz einer CDU-geführten Landesregierung (große Koalition) 1994 eingeführt wurden. Seither wurden sie von allen Wirtschaftsministern Baden-Württembergs nicht angetastet; vielmehr wurden sie als Prestigeprojekt präsentiert. Seit 2011 haben wir ein sozialdemokratisch geführtes Wirtschaftsministerium. Wir haben nun die Chance die hervorragende Arbeit der Kontaktstellen den Stellenwert zu geben, den sie verdienen und ihren Wirkungskreis ausbauen.
Eine Kontaktstelle wird derzeit mit ca. 98.000€ vom Land finanziert. Zurzeit bestehen elf Kontaktstellen (Mannheim, Karlsruhe, Ludwigsburg, Stuttgart, Aalen, Heidenheim, Reutlingen, Ulm, Freiburg, Konstanz und Ravensburg). Frauen im ländlichen Raum erfahren demnach zurzeit fast gar keine Unterstützung. Das muss geändert werden! So gibt es außer in Mannheim in der gesamten Metropolregion Rhein-Neckar keine Einrichtung zur speziellen Frauenförderung.
Das konservative familienpolitische Leitbild, das auch in SPD-Regierungszeit nicht maßgeblich durchbrochen wurde, darf nicht länger Orientierungspunkt guter sozialdemokratischer Frauen- und Wirtschaftspolitik sein. Deshalb müssen die bewährten Instrumente zur Arbeitsmarktintegration von Frauen stärker gefördert werden: Der Ausbau von Kontaktstellen in ganz Baden-Württemberg muss vorangetrieben werden!
