Digitale Akten statt analoger Aktenberge – Jugendämter fit für die Gegenwart machen

Zur Weiterleitung an: SPD-Landesparteitag, SPD-Landtagsfraktion

  Wir fordern die verbindliche Einführung digitaler Aktenführung in allen Jugendämtern
  Baden-Württembergs bis spätestens 2035
 – datenschutzkonform, zentral synchronisiert
  und mit Schnittstellen zu Schulen, Familienhilfen und Gerichten. Damit dies
 umgesetzt
  werden kann, braucht es weiter eine verpflichtende Schulung aller Mitarbeitenden im
  Umgang mit digitalen Akten und Verwaltungstools
, unter besonderer Berücksichtigung
  niedrigschwelliger Unterstützung für Berufseinsteiger*innen und ältere Beschäftigte.

  Um all das zu leisten, muss klar sein, dass es ein landesweites Investitionsprogramm
  für die technische und personelle Ausstattung der Jugendämter zur Umsetzung
  flächendeckender digitaler Verwaltungsstrukturen gibt.

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Begründung

Die Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung bleibt in Deutschland ein
 Trauerspiel. Während in anderen Ländern Bürger*innen längst digital Anträge stellen,
 Dokumente übermitteln oder Auskünfte erhalten können, wird hierzulande noch immer
 gefaxt, kopiert und gelocht. Besonders drastisch zeigt sich das im Jugendamt: Akten
 über gefährdete Kinder, Familienhilfen oder Sorgerechtsfragen wandern in
 Papierordnern durch Flure – mitunter unlesbar, unauffindbar oder unvollständig.

 Das ist nicht nur ineffizient, sondern potenziell gefährlich. Gerade dort, wo es um
 den Schutz von Kindern und Jugendlichen geht, darf ein Informationsverlust nicht vom
 Stand des Druckerpatrons oder der Handschrift im Formular abhängen. Wer eine moderne,
 handlungsfähige Verwaltung will, muss in Infrastruktur, Datenschutz und
 Nutzerfreundlichkeit investieren – und zwar nicht irgendwann, sondern jetzt.