Reiche nicht einfach machen lassen: Gas Ausstieg durchziehen!

Konservative Akteure leiten aus dem letzten Bundestagswahlergebnis ein Mandat für ein
  Rückwärtswende in der deutschen Klimaschutzpolitik ab. Von allen Seiten wird
  versucht, die Uhr zurück zu mehr Gas, mehr Verbrennern und verbilligtem Flugverkehr
  zu drehen. Doch die Realität gibt ein ganz anderes Bild ab: Neue Untersuchungen
 legen
  nahe, dass schon in den nächsten Jahren ein globaler Temperaturanstieg von 1,5° seit
  der Industrialisierung erreicht werden könnte und damit eine der wichtigsten Marken
  internationaler Klimapolitik gerissen werden könnte. Die Folge sind Dürren,
  Ernteausfällel, ein nie zuvor gesehenes Artensterben und Millionen Menschen, die
 ihre
  Heimat verlieren. Wenige Industrien sind so eng mit der Zerstörung unserer Umwelt
  verbunden, wie die Gasindustrie – und wenige Industrien sind so eng bis in die
  Spitzen deutscher Bundespolitik vernetzt. Zeit, dass Deutschland und die SPD endlich
  ihre Vergangenheit aufarbeiten!

  Zeigt auf welcher Seite ihr steht!

  Entgegen des Urteils des Bundesverfassungsgerichtes fordern bereits erste CDU-
  Spitzen, die Deutschen Klimaziele zu schleifen und dem fossilen Zeitalter einen
  letzten Rettungsring zuzuwerfen. Unternehmen und Verbände, die jahrelang wissentlich
  unsere Lebensgrundlagen zerstört haben, versuchen sich durch geschicktes Rebranding
  grün und rein zu waschen. Selbst aus der Sozialdemokratie, wechseln Akteure völlig
  ansatzlos in die fossile Branche oder Unterhalten immer noch enge Beziehungen zu den
  Gaslobbyisten aus Russland & Aserbaidschan.

  Wir fordern:

  •   ein klares Bekenntnis zum Ziel Deutschland bis 2045 klimaneutral zu machen. Das
      muss uns durch eine starke sozial-ökologische Wende aus eigener Kraft gelingen.
      Versuchen, durch Zertifikate handel mit anderen Ländern unsere Klimabilanz zu
      beschönigen, erteilen wir eine Absage. Die internationale Klimafinanzierung
     darf
      kein Ablasshandel sein, sondern erwächst aus unserer historischer
     Verantwortung.
  •   die SPD muss ihre Verbindungen zur Gas-Lobby in einer internen Kommission
      aufarbeiten. Wenn es um die Zerstörung des Planeten geht, darf keine Frage mehr
      sein, auf welcher Seite die Sozialdemokratie steht!

  Welche Gaskraftwerke wollen wir?

  Wirtschaftsministerin Katharina Reiche kündigte direkt nach ihrem Amtsantritt
  vollmundig „mindestestens 20GW“ neue Gaskraftwerke an. Damit überschreitet sie
 direkt
  und mit Ansage das Versprechen des Koalitionsvertrages maximal 20GW zuzubauen, die
  sich bedarfsgerecht auf die benötigte Backupleistung beschränken sollen. Sie wirft
  den Referentenentwurf für die Kraftwerkstrategie über den Haufen, der in mühsamen
  Verhandlungen mit der EU abgestimmt wurde – das verunsichert Industrie und
  Verbrauchen und kostet die Energiewende wertvolle Zeit. Reiche skizziert eine
  Scheinlösung auf Basis von CO2 Abscheidung durch CO2, die so wahrscheinlich weder
 von
  der EU zugelassen noch jemals umgesetzt wird. Sie will ganz klar,

  Wir dürfen diesen Weg auf keinen Fall mitgehen:

  •  es braucht eine Gesamtstrategie für die Energiewende, die den Gesamtbedarf an
     teuren Backupkraftwerken maximal reduziert und vor allem auf Speicher setzt
  •  zur Vereinfachung des Speicherausbaus, soll der Bund die Netzbetreiber dazu
     verpflichten für kombinierte EE-Anlagen mit Speichern eine einspeiseseitige
     Überbauung des Netzverknüpfungspunktes zuzulassen
  •  die Kraftwerkstrategie sollte schnellstmöglich umgesetzt werden und sich dabei
     am ursprünglichen Entwurf der Ampelregierung orientieren: Der Umstieg der neuen
     Backupkraftwerke auf Wasserstoff muss forciert und zeitnah garantiert werden.
  •  die Erforschung und Errichtung von Technologien zur CO2 Abscheidung ist
     wichtig, aber zu
     unausgereift, um heute als Komponente in die Ausbaupläne einbezogen zu werden

  Verbohrte Vorstellungen: Kein neues Gas aus deutschen Böden!

  Während wir es kaum schaffen uns aus alten fossilen Abhängigkeiten zu lösen, wird
  anderswo versucht neue zu schaffen: In Borkum soll nur 500m vom UNESCO-
 Weltkulturerbe
  Wattenmeer nach Gas bohren. Die Bohrungen können massive Folgen für das maritime
  Ökosystem haben, zu einer Absenkung des Bodens, Beschädigungen der Riffe und der
  Einleitung giftiger Schwermetalle führen. Auch in Bayern sollen neue Gasfelder
  angezapft werden. Das Vorhaben, die nur rund 1% der des deutschen Bedarfs decken,
  nötig seien, um unsere Energieunabhängigkeit zu gewährleisten, zeigt die Absurdität
  des Vorhabens: Die wirkliche Abhängigkeit entsteht durch die gewaltigen Mengen an
  Gas, die wir Jahr für Jahr aus dem Ausland importieren. Es gibt nur eine
  Zukunftsperspektive für eine grüne und unabhängige Wirtschaft: Schluss mit der
  fossilen Infrastruktur!

  Auch im Gebäudesektor: Schluss mit dem Wahlkampfgetöse!

  Um das Vertrauen der Bevölkerung in die Energiewende zurückzugewinnen, muss die
 GroKo
  zurück zu einer ehrlichen und evidenzbasierten Politik – auch im Gebäudesektor.
  Gleichzeitig propagiert Ministerin Reiche aber eine Abschaffung des Heizungsverbotes
  und “Wärmepumpenzwanges”. Mit der Abschaffung des “Heizungsgesetzes”, das es so nie
  gegeben hat, treibt sie die Wahlkampfkampagne der Union ungebremst aus dem Räumen
 des
  Wirtschaftsministeriums weiter. Verantwortungsbewusstes Regierungshandeln sieht
  anders aus! Vom staatstragenden Versprechen der GroKo, wieder zu einem ruhigeren und
  konstruktiveren Außenbild zurückzukehren, ist schon wenige Wochen nach
  Regierungsantritt nur noch wenig übrig!

  Für uns ist klar: Wir wollen, dass sich alle Menschen leisten können klimaneutral zu
  heizen. Es darf keinen Rückschritt im Gebäudesektor unter fadenscheinigen sozialen
  Vorwänden geben. Stattdessen braucht es eine konsequente Förderung des
  Heizungstaustausches und der Gebäudesanierung unter sozial gestaffelten Kriterien.
  Mit dem Einbau neuer Gas- und Ölheizungen muss schnellstmöglich Schluss sein und es
  braucht klare Pfade auf die sich Menschen und Handwerker verlassen können.