Zur Weiterleitung an: Vivien Costanzo (MdEP), Rene Pepasi (MdEP), S&D Fraktion
In der EU wird etwas dann zu einem Pflanzenschutzmittel, wenn eine Firma es so
klassifiziert. Einige Unternehmen nutzen dies scharmlos aus und bereichern sich
daran. Seit Mai 2025 ist beispielsweise Backpulver nicht mehr im Weinanbau als
Grundmittel zugelassen, da die Baden-Württembergische Firma Biofa dies nun als
Pflanzenschutzmittel vertreibt.
Für Winzer*innen, besonders im Bio-Bereich, hat dies katastrophale Folgen. Seit
Jahrzehnten wurde handelsübliches Backpulver im Kampf gegen den Mehltau-Pilz
verwendet. Wirksam, günstig, aber keinerlei folgen für die Umwelt.
Von der EU als Grundmittel eingestuft und aus dem Weinbau nicht mehr wegzudenken.
Nun ist die Lage eine andere. Winzer*innen dürfen nun nur noch das extra produzierte
Mittel des Pharmakonzerns verwenden, welches das sechsfache kostet. Da viele kleine
Betriebe eh schon mit hohen Kosten zu kämpfen haben, würden diese Preise an uns
Verbraucher*innen weitergegeben werden, was den Wein langfristig zu einem Getränk
für
Reiche machen könnte.
Biobertiebe oder Betriebe, die damit Werben keine Pflanzenschutzmittel einzusetzen
sind von der Nutzung komplett ausgeschlossen.
Die Verhältnisse sind hier klar. Winzer*innen im Nebenerwerb, kleine
Familienbetriebe
und Winzergenossenschaften leiden, während große Konzerne, wie Biofa sich
bereichern.
Unsere Forderungen sind deshalb klar:
- Landwirte müssen zu Pflanzenschutzmitteln stoffgleiche Grundmittel ohne
Einschränkungen einsetzten dürfen - Winzer*innen, die bereits einen nachhaltigen Weinanbau zu betreiben
müssen besser unterstützt werden - Die EU muss Entscheidungen besser zu den Betroffenen kommunizieren, um nicht
noch mehr Vertrauen in der Landwirtschaft zu verlieren - Umweltschädliche Pflanzenschutzmittel müssen weiterhin konsequent eingeschränkt
werden
