Antragsteller*innen: Juso Kreisverband Zollernalb und Reutlingen
Wir Jusos fordern die Einführung eines landesweiten Jugendfonds 2.0, der über
bestehende Fördermodelle hinausgeht. Ziel ist es, eine gerechte und demokratische
Jugendförderung zu etablieren, die Jugendlichen eine echte Entscheidungsmacht über
Ressourcen und Räume gibt.
1. Förderung von Projekten mit strukturellem Anspruch
Gefördert werden sollen Projekte, die auf die Stärkung von Jugendgruppen abzielen,
demokratische Bildungsprozesse fördern und Beteiligungsstrukturen in
strukturschwachen Regionen nachhaltig aufbauen oder absichern.
2. Fokus auf strukturschwache Räume
Ein verbindlich festgelegter Anteil der Mittel ist für ländliche, strukturschwache
und von Abwanderung betroffene Regionen zu reservieren. Die Verteilung der Fonds an
die Kreise erfolgt nicht nach dem Gießkannenprinzip, sondern anhand
strukturbezogener
Daten, wie sie dem Land bereits statistisch vorliegen.
3. Demokratisierung der Mittelvergabe
Die Entscheidung über die Vergabe der Fördermittel soll durch den
Jugendhilfeausschuss auf Landkreisebene erfolgen – unter verbindlicher Beteiligung
der Jugendgemeinderäte, SMVen der örtlichen Schulen sowie, sofern vorhanden,
weiteren
demokratisch legitimierten Jugendstrukturen. Junge Menschen sollen nicht nur gehört,
sondern stimmberechtigt sein.
4. Finanzierung durch Umverteilung
Der Jugendfonds 2.0 soll durch Mittel von Landes- und Bundesebene finanziert werden.
Zusätzlich fordern wir eine Jugendbeteiligungsabgabe großer Vermögen, Erbschaften und
Konzerne.
Die Mittel des Jugendfonds werden an die Kreise weitergegeben. Dabei sollte die
Struktur der Kreise berücksichtigt werden. Insbesondere Kreise, die strukturell
schwächer sind, sollten bevorzugt behandelt werden. Der Jugendfonds 2.0 soll
dauerhaft angelegt sein und jährlich im Rahmen der Haushaltsplanung des Landes mit
asureichenden Mitteln ausgestattet werden.
Die Beantragung muss einfach, digital und niedrigschwellig möglich sein.
5. Empowerment statt Bittstellertum
Jugendarbeit braucht keine Almosen, sondern Handlungsfreiheit. Der Jugendfonds 2.0
muss eine direkte Antragstellung ermöglichen (ohne Vereinsbindung), professionelle
Begleitung durch Jugendarbeiter*innen finanzieren und Spielräume für Experimente,
Fehler und politische Auseinandersetzung bewusst zulassen.
Begründung
Bestehende Förderprogramme, wie der Projektmittelfonds „Zukunft der Jugend“ in Stuttgart oder die Servicestelle Kinder- und Jugendbeteiligung Baden-Württemberg, bieten bereits Unterstützung für Jugendprojekte. Allerdings sind diese Programme oft begrenzt in ihrer Reichweite und Wirkung. Der Jugendfonds 2.0 soll diese Lücken schließen, indem er eine umfassendere, gerechtere und demokratischere Jugendförderung etabliert.
Wir Jusos wollen eine gerechte Jugendpolitik, die mehr ist als pädagogisches Rahmenrauschen. Mit dem Jugendfonds 2.0 fordern wir nicht weniger als einen Paradigmenwechsel: Jugendpolitik als Teil einer umfassenden gesellschaftlichen Transformation von unten.
