Die Jusos Baden-Württemberg fordern die SPD Baden-Württemberg sowie die SPD-
Bundestagsfraktion dazu auf, sich auf Bundesebene für die Einführung eines
zusätzlichen einmaligen Steuerfreibetrags in Höhe von 10.000 Euro für Menschen beim
Berufseinstieg einzusetzen.
Dieser Freibetrag soll folgende Bedingungen erfüllen:
- Einmaliger Erlass der zu zahlenden Einkommensteuer, die bei einem Verdienst von
10.000 € anfällt.
Gültig für junge Menschen und Berufseinsteiger*innen, die:
2.
- eine anerkannte Berufsausbildung oder ein Studium in Deutschland abgeschlossen
haben - Ihren Erstwohnsitz in Deutschland haben und einen gültigen Arbeitsvertrag haben.
- Die Maßnahme soll einkommensunabhängig greifen, aber erst ab der ersten
sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nach Ausbildung oder Studium
gelten.
Der Freibetrag kann auf maximal fünf Steuerjahre verteilt werden, damit auch junge
Menschen, die aufgrund von niedrigen Einstiegsgehältern oder Teilzeitbeschäftigung
zunächst nur geringe Einkommenssteuer zahlen, den Freibetrag in voller Höhe von
10.000 Euro ausschöpfen können.
Begründung
Der Einstieg ins Berufsleben ist ein finanziell und emotional belastender Abschnitt im Leben vieler junger Menschen. Gleichzeitig beginnt mit dem ersten Job auch sofort die volle steuerliche Belastung – obwohl gerade jetzt die Grundlagen für Vermögensaufbau, Altersvorsorge und wirtschaftliche Eigenständigkeit gelegt werden müssen.
Insbesondere junge Menschen mit niedrigen Einstiegsgehältern oder in Teilzeit kämpfen mit hohen Wohnkosten, Mobilitätsausgaben, Rückzahlungen von BAföG und dem Druck, frühzeitig privat vorzusorgen. Gerade in der Anfangsphase des Erwerbslebens ist es für viele am schwersten, sich Rücklagen aufzubauen – dabei entscheidet genau diese Phase oft über spätere soziale Sicherheit und Unabhängigkeit.
Zudem erleben junge Menschen heute eine wirtschafts- und steuerpolitische Realität, in der überproportional viele Entlastungen und Subventionen auf ältere Generationen ausgerichtet sind – etwa bei Rente, Steuerfreibeträgen für Kapital oder Immobilienbesitz. Das ist nicht grundsätzlich falsch, aber es braucht auch ein klares Zeichen für die junge Generation: Ihr seid nicht vergessen. Die SPD steht für Generationengerechtigkeit – und diese beginnt mit fairen Startbedingungen.
Ein gezielter Steuerfreibetrag für Berufseinsteiger*innen ist deshalb mehr als eine finanzielle Maßnahme. Es ist ein symbolischer und realer Beitrag zur sozialen Gerechtigkeit, zur Stärkung der jungen Generation und zur Unterstützung beim langfristigen Vermögensaufbau.
Wer Leistung bringt, darf nicht sofort steuerlich ausgebremst werden. Wer Verantwortung übernimmt, soll auch finanziell auf eigenen Beinen stehen können. Dafür braucht es eine sozialdemokratische Antwort – solidarisch, pragmatisch und zukunftsgerichtet.
