Wacht auf, Verdammte dieser Erde: Antirassismus als Kern jungsozialistischer Politik

Rassismus ist kein Problem der Vergangenheit, sondern prägt weiterhin den Alltag
 vieler Menschen, sei es in Schulen, auf dem Wohnungsmarkt, im Arbeitsleben und auch
 innerhalb politischer und gesellschaftlicher Strukturen. Dass wir auf dem
 Bundeskongress 2025 in Mannheim beschlossen haben, Antirassismus zum offiziellen
 Grundwert der Jusos zu machen, war ein historischer Moment für unseren Verband. Doch
 dort darf unsere Arbeit nicht aufhören. Jetzt müssen wir konkret daran arbeiten,
 rassistische Strukturen sichtbar zu machen und ihnen aktiv entgegenzutreten. Der
 Beschluss in Mannheim war ein wichtiger Schritt. Aber gerade in einer Zeit, in der
 Ausgrenzung, Diskriminierung und Entmenschlichung von Menschen politisch wieder
 salonfähig werden, darf es dabei nicht bleiben. Wir müssen antirassistische Haltung
 im Verband, in der Gesellschaft und in der Politik sichtbar machen. Dabei wollen wir
 Vorreiter sein und uns als Aufgabe nehmen, dieses Jahr uns in diesem Bereich intensiv
 mit zu befassen. 

 Antirassismus als Grundwert verpflichtet uns zu konkretem Handeln. Es reicht nicht,
 ihn zu beschließen – wir müssen ihn in unserer täglichen Arbeit sichtbar machen: in
 unseren Kampagnen, unseren Strukturen und unserer Bündnispolitik. Dabei nutzen wir
 die bundes- und landesweite BIPoC-Vernetzung als Ressource, um Antirassismus als
 Querschnittsthema durch alle unsere politischen Grundwerte zu ziehen.

 Konkret wollen wir benennen, wo unsere Partei und unser Verband selbst rassistische
 Strukturen reproduzieren. Wir vernetzen uns mit migrantischen Selbstorganisationen
 und stärken die antirassistische Bildungsarbeit in den Kreisverbänden durch Workshops
 und politische Austauschformate.

 Wir müssen anerkennen, dass wir als Gesellschaftliche Linke die Debattenhoheit um die
 Migration verloren haben. Dabei war eines unserer Hauptprobleme, mit Zahlen und Daten
 auf Emotionen zu reagieren. Gemeinsam mit anderen Organisationen wollen wir eine
 Kampagne starten, die die Menschen hinter den Zahlen zeigen soll. Die Geschichten und
 Menschen von Flucht auf Social Media transportieren soll. Die Zeigen soll, was
 schlecht läuft in der Gesellschaft im Umgang mit Geflüchteten und Migrant*innen. 

 Jedes Jahr findet im Februar der “Black History Month” statt. Dabei wollen wir
 gemeinsam mit den Kreisverbänden uns vor Ort aktiv mit der Schwarzen Geschichte auch
 in Deutschland auseinandersetzen. Dies soll in Aktionen vor Ort und einer Kampagne
 auf Social Media geschehen. Dabei wollen wir auch Bündnisse mit schwarzen
 Organisationen schließen und somit unsere Bündnispartner*innen erweitern.

 Rassismus endet nicht am Werkstor. Diskriminierung auf dem Arbeitsmarkt, bei
 Bewerbungen oder am Arbeitsplatz betrifft viele BIPoC-Menschen unmittelbar. Im
 kommenden Arbeitsjahr wollen wir diese Verbindung zwischen Antirassismus und
 Arbeitspolitik stärker herausarbeiten – in Kooperation mit Gewerkschaften und
 migrantischen Selbstorganisationen – und konkrete politische Forderungen entwickeln.

 Dekoloniale Perspektiven in Außenpolitik (Sicherheits- und Friedenspolitik)

 Antirassismus endet nicht an der deutschen Grenze. Der Kampf gegen Rassismus findet
 auch dort statt, wo Macht global verteilt oder durchgesetzt wird. Kolonialismus ist
 nicht nur Vergangenheit. Koloniale Logiken wirken bis heute weiter: in europäischen
 Grenzen, Handelsbeziehungen, Rohstoffausbeutung, Klimaschutz, Sicherheitsdebatten und
 vor allem in der Fragen, wessen Leid politisch zählt. Wer wird als Opfer gesehen? Wer
 wird als Bedrohung markiert? Wer darf über Frieden sprechen? Wer wird als politisches
 Subjekt ernst genommen?

 Diese Fragen gehören zu den Jusos.

 BIPoC und Menschen, die in ihren Diasporen engagiert sind, sind nicht nur Betroffene
 von Rassismus. Sie tragen Wissen, Geschichte, Kultur und politische Erfahrung
 weltweit. Dieses Wissen darf nicht erst dann gefragt werden, wenn es um
 Diskriminierung und Diversity geht. Es gehört auch dorthin, wo Entscheidungen über
 Krieg und Frieden vorbereitet werden.

 Entscheidungen über Sicherheit und Flucht. Entscheidungen über Klima und
 Nachhaltigkeit. Entscheidungen als Europäische Bürger. BIPoC-Perspektiven sollten in
 der internationalen Arbeit der Jusos und der SPD strukturell gestärkt werden. Der
 Landesvorstand wird beauftragt, gemeinsam mit der BIPoC-Vernetzung ein Format zu
 dekolonialer Außenpolitik und Diaspora-Perspektiven zu entwickeln.

 Bei internationalen Positionierungen und Veranstaltungen sollen Menschen aus
 betroffenen Communities (auch Vereine) frühzeitig eingebunden werden. Wir reden nicht
 über Regionen oder ausländische Krisen, ohne die Perspektiven der Menschen ernst zu
 nehmen, die damit familiär und politisch verbunden sind.

 Internationale Solidarität bedeutet nicht, dass Europa der Welt erklärt, was Freiheit
 ist. Internationale Solidarität bedeutet zuzuhören, Powersharing und Kämpfe um
 Gerechtigkeit der Menschen ernst zu nehmen. There is no International Peace, without
 International Justice. JUSO Politik muss dekolonial, antirassistisch und
 internationalistisch für die BIPoC Menschen sein.

 Die Zukunft der KI muss solidarisch sein

 „Das Internet ist für uns alle Neuland“

 Was einst wie ein Ausdruck politischer Orientierungslosigkeit wirkte, steht heute
 sinnbildlich für den Umgang weiter Teile der Politik mit der digitalen
 Transformation. Während Künstliche Intelligenz und Digitalisierung unsere
 Gesellschaft längst grundlegend verändern, fehlen noch immer klare politische
 Antworten. Insbesondere junge Menschen sind von diesem tiefgreifenden Umbruch
 betroffen. KI verändert, wie wir arbeiten, lernen, kommunizieren und politische
 Entscheidungen treffen. Damit stellen sich zentrale Fragen von sozialer
 Gerechtigkeit, Teilhabe und Demokratie neu.

 Diese Entwicklung ist kein neutraler Prozess. Die Transformation der Arbeitswelt
 durch KI droht, Beschäftigte massiv unter Druck zu setzen und Arbeitsplätze
 unsicherer zu machen. Stellenabbau, Leistungsdruck und Überwachung am Arbeitsplatz
 könnten die Folge sein. Gleichzeitig reproduzieren algorithmische Systeme bestehende
 gesellschaftliche Rassismen und Sexismen und verfestigen damit Ungleichheiten, statt
 sie abzubauen. Neue digitale Gewaltformen wie Deepfake-Pornografie sowie die gezielte
 Verbreitung von Desinformation, insbesondere durch Rechtsextreme, greifen
 individuelle Rechte an und untergraben die Grundlagen unserer Demokratie, oft ohne
 jede Transparenz und wirksame Kontrolle. Künstliche Intelligenz bietet aber auch
 reale Chancen: Sie kann langwierige Prozesse beschleunigen, komplexere Aufgaben lösen
 oder Beschäftigte entlasten. 

 Eine zentrale Frage unserer Zeit wird also sein, ob diese technologische Entwicklung
 im Interesse der Gemeinschaft eingesetzt wird und ob wir uns diese Technologie im
 Kampf für eine gerechte Gesellschaft zunutze machen können, oder ob sie bestehende
 Ungleichheiten und Diskriminierung vertieft. Während die SPD auf viele dieser
 drängenden Fragen bislang zu oft keine ausreichenden Antworten findet, ist für uns
 Jusos klar: Wir nehmen diese Herausforderung an. Im kommenden Arbeitsjahr werden wir
 uns deshalb mit den Chancen und Risiken von Künstlicher Intelligenz und
 Digitalisierung auseinandersetzen. Dazu richten wir eine Arbeitsgruppe ein, die die
 verschiedenen Dimensionen dieser Transformation systematisch aufarbeitet und die
 Debatte aktiv in unsere Strukturen und Landesveranstaltungen trägt.

 Auf dieser Grundlage werden wir einen Leitantrag zum Umgang mit Künstlicher
 Intelligenz erarbeiten, den wir auf der Landesdelegiertenkonferenz 2027 vorlegen
 werden. Unser Anspruch ist klar: Wir wollen die digitale Transformation nicht
 verwalten, sondern sie im Sinne von sozialer Gerechtigkeit, demokratischer Kontrolle
 und gesellschaftlichem Fortschritt gestalten.

 Klimaschutz ist Klassenkampf

 Die klimapolitische Debatte ist in der Öffentlichkeit seit einigen Jahren
 eingeschlafen, obwohl die Klimakrise allzeit präsent ist. Jedes Jahr ein weiterer
 Temperaturrekord, ein steigender Meeresspiegel und zunehmend weniger Zeit unsere
 Lebensgrundlagen zu sichern. Dennoch sind entsprechende Maßnahmen so unbeliebt wie
 nie zuvor. Man denke nur an die aufgebauschte Debatte um das sogenannte
 „Heizungsgesetz“ oder die Forderung aus Baden-Württemberg, statt E-Mobilität auf
 „hocheffiziente Verbrenner“ zu setzen. Beides zeigt: Klimapolitik wird gezielt
 diskreditiert – mit Halbwahrheiten und Symbolpolitik.

 Die Klimakrise trifft uns nicht alle gleich. Einkommensschwache Menschen,
 marginalisierte Gruppen und Menschen mit Migrationsbiografie spüren ihre Folgen
 zuerst und am härtesten – obwohl sie am wenigsten zu ihr beigetragen haben. Schon
 heute zeigt sich dieses Ungleichgewicht zwischen den Verursacher*innen und den
 Betroffenen vor Allem auf globaler Ebene. Die Länder des Globalen Südens leiden am
 stärksten unter den ökologischen Folgen, während der Globale Norden die Krise
 historisch angeheizt hat. Das stellt uns als Verband vor die fundamentale Frage, wie
 wir globale Klimagerechtigkeit und postkoloniale Verantwortung konsequent
 zusammendenken. Wie gehen wir mit der Realität um, dass die Klimakrise längst zu
 einer der zentralen Fluchtursachen unserer Zeit geworden ist, während Europa auf
 Abschottung setzt? Doch die ungleiche Belastung ist auch direkt vor unserer Haustür
 eine Klassenfrage. Während Wohlhabende die Krise finanziell einfach über Rücklagen
 abfedern, leben einkommensschwache Menschen und Personen mit Migrationsbiografie
 überproportional oft an viel befahrenen Straßen und in Betonwüsten ohne Grünflächen.
 Dabei besitzen sie gerade seltener ein Auto, müssen aber den Lärm und die Abgase des
 Individualverkehrs ertragen. Klimaschutz in der Stadt ist somit immer auch eine Frage
 davon, wie wir Verkehrsraum gerecht verteilen und Alternativen schaffen. Eine
 zentrale Frage wird sein, wie wir eine Mobilitätswende gestalten, die echten
 Klimaschutz bietet, aber gleichzeitig soziale Teilhabe durch einen bezahlbaren und
 barrierefreien ÖPNV für alle sichert.

 Um diesen drängenden Fragen zu begegnen, wollen wir dem Thema Klima im kommenden
 Arbeitsjahr einen neuen, wiederaufgelebten Fokus geben. Wir wollen Workshops
 anbieten, um die tiefen Verknüpfungen von Ökologie, Antirassismus und sozialer
 Gerechtigkeit zu ergründen. Im letzten Arbeitsjahr haben wir unsere Vorstellung einer
 demokratischeren und gerechteren Arbeitswelt in unserer Beschlusslage verankert –
 darauf aufbauend wollen wir nun ein Verständnis davon entwickeln, wie die Klimakrise
 in der Art und Weise wie wir unsere Wirtschaft organisieren verankert ist und wie wir
 dem aktuellen fossilen Rückschritt wirksam entgegentreten können.

 Jusos BW in die Zukunft führen

 Sind unsere Strukturen noch zukunftsgerecht? Kleine Korrekturen an einzelnen
 Stellschrauben reichen nicht mehr. Wenn der Mitgliederschwund der SPD auch unsere
 Strukturen erfasst, wenn ländliche Räume zunehmend ohne aktive Jusos dastehen und
 wenn viele Gruppen im Verband noch immer unterrepräsentiert sind, dann brauchen wir
 eine ehrliche Bestandsaufnahme, und den Mut, wirklich Neues zu wagen. Damit diese
 Debatte nicht nur vom Landesvorstand selbst geführt wird, wollen wir die
 “Zukunftskommission Jusos BW” ins Leben rufen, die unsere gesamte
 Verbandsorganisation hinterfragen soll. Sie soll ein Jahr lang tagen und einen
 Vorschlag erarbeiten, der der LDK 2027 vorgelegt wird.  Dabei werden unsere
 Strukturen geprüft und neu bewertet. Dabei sollen folgende Ziele im Zentrum stehen:
 Repräsentation von FINTA*, BIPoC, ländlicher Raum, Nichtakademiker*innen, Azubis und
 weitere Gruppen. Zudem wollen wir schauen, dass wir uns stärker in der Gesellschaft
 verankern, aber unsere eigene Bildungsarbeit nicht vernachlässigen. Gleichzeitig
 müssen wir unsere Strukturen an die Realität anpassen, dass mit dem Mitgliederschwund
 der SPD auch weniger aktive Jusos in der Fläche zur Verfügung stehen werden.

 Die Zukunftskommission soll im Rahmen ihrer Arbeit Beteiligungsformate entwickeln, um
 Perspektiven aus dem gesamten Verband einzubeziehen. Hierfür könnten  Austauschrunden
 mit Kreisverbänden, Gespräche mit Arbeitsgemeinschaften oder digitale
 Mitgliederbefragungen angeboten werden.  Der Landesvorstand wird darüber hinaus
 beauftragt, auf Grundlage der Ergebnisse der Zukunftskommission, ein Konzept zur
 Umsetzung notwendiger Strukturänderungen zu erarbeiten und dem Verband vorzulegen.
 Die Zukunftskommission soll besetzt werden mit drei Mitglieder des Landesvorstands,
 der Landesgeschäftsführung, ein Mitglied des Landesaussschusspräsidiums, drei
 Kreisvorsitzenden, sowie zwei Basismitgliedern, die sich bewerben können. Außerdem
 wird die Kommission paritätisch besetzt und zwei BiPoCs, sowie zwei Personen aus dem
 ländlichen Raum müssen ebenfalls Mitglied der Kommission sein. 

 Unser feministischer Kampf

 Feminismus bleibt für uns auch im kommenden Arbeitsjahr ein zentraler Bestandteil
 unserer politischen Arbeit. Strukturelle Ungleichheit, patriarchale Gewalt und
 sexistische Rollenbilder sind noch immer Realität, sei es im Alltag, in der
 Arbeitswelt, in politischen Räumen und auch innerhalb von Verbänden. Gleichzeitig
 sehen wir, dass es weltweit einen antifeministischen Backlash gibt, der gezielt gegen
 Frauenrechte, queere Menschen und emanzipatorische Bewegungen mobilisiert.

 Für uns ist klar, dass Feminismus auch intersektional gedacht werden muss! Nicht jede
 Person erlebt Diskriminierung auf dieselbe Art und Weise. Deshalb wollen wir
 feministische Arbeit stärker mit antirassistischen, queeren und sozialen Perspektiven
 verbinden und insbesondere BIPoC und queere Stimmen sichtbarer machen. Feminismus
 darf nicht Theorie bleiben, er muss gelebt werden. Deshalb führen wir feministische
 Viertelstunden, FINTA*-Vernetzung, Workshops und Social-Media-Formate fort und
 verankern feministische Perspektiven konsequent in der Verbandsarbeit.

 Wir wollen unsere FINTA*-Plena und weitere geschützte Räume innerhalb der Jusos
 Baden-Württemberg kritisch weiterentwickeln, dass insbesondere trans, inter,
 nichtbinäre und agender Personen stärker berücksichtigt und aktiv eingebunden werden.
 Der Anspruch feministischer Verbandsarbeit muss sein, Machtverhältnisse auch
 innerhalb der eigenen Strukturen zu reflektieren. Wenn cis Frauen in diesen Räumen
 die große Mehrheit stellen, braucht es ein bewusstes Mitdenken anderer Perspektiven,
 damit FINTA*-Politik nicht an einzelnen Gruppen vorbeigeht. Wir wollen Räume
 schaffen, in denen sich alle FINTA* gleichermaßen repräsentiert, ernstgenommen und
 zur Beteiligung ermutigt fühlen.

 Darüber hinaus möchten wir uns weiterhin für Sensibilisierung innerhalb des Verbands
 einsetzen und junge Frauen, queere Personen und andere marginalisierte Stimmen darin
 bestärken, sich politisch einzubringen und Verantwortung zu übernehmen. Wir wollen
 ein Konzept erarbeiten, wie wir FINTA* gezielt darin bestärken können, sich aktiv in
 Debatten, Gremien und Veranstaltungen einzubringen. Dabei geht es insbesondere darum,
 bestehende Hemmschwellen abzubauen und zu hinterfragen, was die Beteiligung
 erschwert. Viele FINTA* erleben politische Räume noch immer als laut und
 konfrontativ. Dem wollen wir mit niedrigschwelligen Unterstützungs- und
 Beteiligungsformaten entgegenwirken. Unser Ziel ist es, mehr FINTA* dazu zu
 ermutigen, sich bspw. auf Landesausschüssen zu Wort zu melden, Anträge einzubringen,
 an Veranstaltungen teilzunehmen und so den Verband aktiv mitzugestalten.

 Wir müssen Feminismus bei all unseren Themen mitdenken, unsere Gesellschaft baut
 historisch auf Strukturen auf, die männliche Erfahrungen als Norm setzen. Feminismus
 als lila Faden zieht sich durch alle Lebensbereiche und muss sich daher auch durch
 all unsere politische Arbeit ziehen und mitgedacht werden.

 Ein Kampf für Queeres Leben ist ein Kampf für Alle

 Queeres Leben steht weltweit unter Druck. Rechte Hetze, trans*feindliche Kampagnen
 und queerfeindliche Gewalt nehmen auch in Baden-Württemberg zu. Während konservative
 Kräfte versuchen, queere Sichtbarkeit zurückzudrängen, setzen wir dagegen:
 Queerfeminismus ist gelebter Antifaschismus. Wir Jusos supporten große und kleine
 CSDs in Baden-Württemberg, werben gemeinsam auf Social Media, unterstützen die
 Organisator*innen vor Ort – ganz besonders im ländlichen Raum, wo Sichtbarkeit noch
 immer mehr Mut erfordert. Mit Mobilisierung unserer Mitglieder machen wir klar: Die
 Jusos stehen an der Seite queerer Menschen überall.

 Toxische Männlichkeit bei uns eingrenzen

 Die Jusos Baden-Württemberg sollen ein politischer Raum sein, in dem sich alle
 Menschen wohl und sicher fühlen können. Gleichzeitig kommen hier viele Personen mit
 unterschiedlichen Erfahrungen und Hintergründen zusammen. Toxisch männliches
 Verhalten kann dabei auftauchen. Für uns ist dieses Verhalten jedoch nicht
 akzeptabel. Viele Mitglieder setzen sich auf unseren Veranstaltungen zum ersten Mal
 mit solchen Themen auseinander und lernen dabei, das eigene Verhalten kritisch zu
 hinterfragen und zu reflektieren. Diesen Prozess wollen wir unterstützen, Menschen
 empowern und bei wiederholtem Fehlverhalten auch konsequent ein anderes Verhalten
 einfordern. Toxisch männliches Verhalten verstehen wir dabei als fremd- oder
 selbstschädigendes, aggressives, dominantes oder destruktives Verhalten, das
 patriarchale Denkweisen und Strukturen reproduziert.

 Kein Raum für Dominantes Redeverhalten & Mansplaining 

 Debattenräume werden häufig von Männern geprägt, die mit anderen Männern über sehr
 spezifische Themen diskutieren. Dabei bleibt die Frage von Inklusivität oft auf der
 Strecke – etwa durch komplizierte Sprache, fehlende Erklärungen oder unnötig
 vorausgesetztes Wissen. Das erschwert vielen Menschen den Zugang zu politischen
 Debatten. Auch in unseren eigenen Debatten erleben wir oft, dass Männer anderen
 ungefragt Dinge erklären, ohne die Kenntnisse, Erfahrungen oder Kompetenzen ihres
 Gegenübers zu berücksichtigen. Dadurch entsteht eine Atmosphäre, die es insbesondere
 FINTA*-Personen und neuen Mitgliedern erschwert, sich aktiv einzubringen. Für
 Mansplaining darf in unserer Debattenkultur kein Platz sein. Fehler, bei denen wir
 Lernprozesse ermöglichen wollen, müssen dennoch reflektiert und mit dem Awareness
 Team aufgearbeitet werden. Gleichzeitig müssen wir stärker darauf achten, die Arbeit
 von FINTA*-Personen sichtbar zu machen und anzuerkennen. 

 Regio-Arbeit anders denken 

 Das Regio-System der Jusos BW hat in seiner Zeit einen wichtigen Beitrag zur
 Vernetzung der Kreisverbände und zur Kommunikation zwischen Basis und Landesvorstand
 geleistet. Die Praxis der vergangenen Arbeitsjahre zeigt jedoch, dass seine beiden
 zentralen Funktionen, die strukturierte Kreisverbandsbetreuung und Impulsfluss in
 Richtung Landesvorstand, inzwischen durch modernere und effektivere Strukturen besser
 erfüllt werden. Die Kreisvorsitzendengruppe auf WhatsApp übernimmt heute den Großteil
 des direkten Informationsflusses, die Kreisvorsitzendenkonferenz bietet einen offenen
 Rahmen für Debatten und Vernetzung, und das Kreisverbandswiki ermöglicht die
 strukturierte Weitergabe von Wissen an alle Kreisverbände gleichermaßen. Das Regio-
 System erzeugt daneben vor allem Koordinationsaufwand und Pflichtveranstaltungen mit
 schlechter Resonanz  auf beiden Seiten. Im kommenden Arbeitsjahr möchten wir mit
 diesem schlecht funktionierenden System Schluss machen.

 Im Arbeitsjahr 2026/27 werden wir daher das Regio-System in seiner aktuellen Form
 auflösen. Die acht regionalen Betreuungsstellen durch stellvertretende
 Landesvorsitzende entfallen. Für die Übergangszeit werden die Kreisverbände
 selbstverständlich weiterhin persönliche Ansprechpartner*innen im Landesvorstand
 haben. Diese stehen den Kreisverbänden, insbesondere aber strukturschwachen Regionen,
 unterstützend bei Satzungsfragen, Fragen zu Formalia, Hilfe bei Organisation von
 Jahreshauptversammlungen und Mitgliederversammlungen oder Großveranstaltungen, wie
 zum Beispiel Demos, dem CSD oder dem 1. Mai bei. Ebenfalls können die festen
 Ansprechpartner*innen ergänzend die Vernetzung von einzelnen Kreisverbänden mit
 benachbarten Kreisverbänden unterstützen, sollte dies gewünscht werden. Durch die
 Erhöhung der stellvertretenden Landesvorsitzenden von acht auf zehn wird der
 Landesvorstand zu Beginn des Arbeitsjahres die Grenzen der Regionen übergangsweise
 für dieses Arbeitsjahr neu ziehen.

 Für die sinnvolle Beteiligung der Kreisverbände in die Arbeit des Landesvorstandes
 benennen wir zwei Landesvorstandsmitglieder, welche gemeinsam im Landesvorstand
 Prozesse der Beteiligung durchführen. Sie informieren die Kreisverbände über die KV-
 Gruppe regelmäßig über relevante Entwicklungen im Landesverband und holen aktiv Input
 und Feedback aus den Kreisverbänden ein. Die KVK bauen wir als zentrales
 Beteiligungsformat weiter aus, das Kreisverbandswiki im Roten Netz füllen wir aktiv
 mit praktischem Wissen, das allen Kreisverbänden zugute kommt.

 Gleichzeitig wissen wir: Die Kreisverbände der Jusos BW sind keine einheitliche
 Gruppe. Viele sind gut aufgestellt und brauchen keine intensive Begleitung. Andere
 stehen vor echten strukturellen Problemen, beispielsweise zu wenig aktive Mitglieder,
 fehlende Kontinuität oder allgemeine Herausforderungen im ländlichen Raum, und sind
 auf gezielte Unterstützung des Landesverbands angewiesen. Diesen Kreisverbänden
 wollen wir besser helfen, als das Regio-System es je konnte. Einen konkreten
 Vorschlag, wie diese bedarfsorientierte Strukturhilfe künftig aussehen soll,
 erarbeitet die Zukunftskommission und der Landesvorstand und legt ihn der LDK 2027
 vor.

 Ländlichen Raum stärken

 Auch weiterhin verziehen immer mehr junge Menschen von ihrer Heimat im ländlichen
 Raum in die großen Städte unseres Bundeslandes. Das spürt man überall. In den Städten
 an kontinuierlich steigenden Mieten, in den Dörfern an leeren Gaststätten und
 aussterbenden Vereinen. Unser Ziel muss es sein, den ländlichen Raum wieder zu
 stärken, sodass er zu einer echten Option für junge Menschen wird. Dazu gehört an
 erster Stelle die Verbesserung der Mobilität abseits des eigenen Autos. Aber auch
 kulturelle Vielfalt muss gefördert werden, damit reaktionäre Kräfte diesen Raum nicht
 einnehmen. Um diese Ziele zu erreichen, müssen wir weiterhin eng mit unseren
 bestehenden Kommunalos zusammenarbeiten; aber auch angehende Kommunalos gezielt
 fördern, um die sozialdemokratische Idee auch in die Flächen unseres Landes zu
 tragen. Wir kämpfen aktiv für eine Stärkung unserer Kommunen, denn nur wenn sie
 finanziell gut ausgestattet sind, können Angebote wie lokale Schwimmbäder erhalten
 oder sogar ausgebaut werden.

 Die Herausforderungen der verkleinerten SPD-Fraktion durch die verlorene Landtagswahl
 wird besonders den ländlichen Raum treffen, wo es schon jetzt ganze Landstriche ohne
 sozialdemokratische Vertretung im Landtag gibt. Auf diese Veränderung müssen wir uns
 als Jusos einstellen und entsprechend reagieren. Daher wollen wir unsere ländlichen
 Kreisverbände insbesondere durch Austauschformate und durch Unterstützung bei dem
 Aufbau neuer Strukturen fördern. Der Landesvorstand soll seine Präsenz in den
 betroffenen Kreisen gezielt steigern, um die Lücke, die Mandatsträger*innen
 hinterlassen, mit aufzufüllen.

 Insbesondere in Flächenkreisverbänden mit starken Mittelzentren wollen wir aktiv die
 Gründung von Juso-AGen fördern. Sie schaffen lokale Angebote und reduzieren so
 Fahrtstrecken, was insbesondere Schülis das Engagement erleichtert. Gleichzeitig
 verankern sie sozialdemokratisches Engagement in unseren Gemeinden und schaffen so
 eine gute Ausgangslage für die Listenaufstellungen bei der Kommunalwahl 2029.

 Social Media aufs nächste Level bringen

 Im letzten Arbeitsjahr konnten wir unsere Botschaften auf Social Media so erfolgreich
 platzieren, wie nie zuvor. Daran möchten wir anknüpfen und die Arbeit des Social
 Media Teams fortsetzen. Wir starten im Sommer außerdem einen neuen
 Bewerbungszeitraum, um zusätzliche Mitglieder für das Social Media Team zu gewinnen.
 Die vom Team genutzten Softwarelizenzen verlängern wir.  Nachdem unser Content auf
 Instagram bereits überzeugen und große Aufrufzahlen erzeugen konnte, nehmen wir uns
 für das kommende Arbeitsjahr vor, weitere Plattformen in den Blick zu nehmen. Die im
 vergangenen Arbeitsjahr geschaffene Aktivität auf TikTok bauen wir deshalb aus und
 strategisch um. Wir werden dafür innerhalb des Social Media Teams eine eigenständige
 Abteilung aufbauen, die speziell für die Plattform TikTok ausgerichteten Content
 produziert. Dabei achten wir insbesondere auf eine inklusive Sprache und verzichten
 auf komplexe Fachbegriffe, um unsere Kommunikation auch für Nicht-Akademniker*innen
 zugänglich zu machen.

 KI verändert unsere Gesellschaft und macht auch vor unserem Verband nicht halt. KI
 verstehen wir als Tool, dessen Nutzung wir reflektieren und bewusst gestalten wollen.
 Dafür entwickelt das Social Media Team einen Code of Conduct für die Nutzung von KI
 innerhalb unserer Arbeit auf Social Media. Datenschutz, Nachhaltigkeit und der Fokus
 auf europäische Lösungen spielen dabei eine zentrale Rolle.

 Im kommenden Arbeitsjahr finden keine geplanten Wahlen statt und wir haben in unserer
 Kommunikation einen größeren thematischen Freiraum. Schnelle Positionierungen zu
 kontroversen Themen schärfen das Profil der Jusos Baden-Württemberg in der
 öffentlichen Wahrnehmung und machen uns auf den Plattformen relevant. Deshalb werden
 wir uns weiterhin darauf konzentrieren, tagesaktuelle Themen zu bespielen.  Dafür
 gleichen wir unsere Positionierungen mit dem Beschlusswiki ab und beziehen die
 thematisch zuständigen stellv. Landesvorsitzenden mit ein. So machen wir die
 Beschlüsse unseres Verbandes immer wieder in der öffentlichen Debatte sichtbar. Da
 die Positionierung zu tagesaktuellen Themen meistens spontan und ohne Vorlauf für
 Planungen nötig wird, werden wir im Social Media Team die dafür erforderlichen
 Ressourcen schaffen. 

 Neben den tagesaktuellen Themen werden wir inhaltsbezogene Kampagnen passend zu
 unserem Arbeitsthema auf Social Media spielen. Rassistische Narrative,
 migrationsfeindliche Positionen und rechte Kommentare dominieren weiterhin viele
 Debatten auf Social Media. Hier werden wir einen Gegenentwurf zeichnen, indem wir
 eine jungsozialistische Version einer antirassistischen Gesellschaft aufzeigen. In
 Zusammenarbeit mit der BIPoC-Vernetzung werden wir deshalb eine Kampagne zum Black
 History Month organisieren. Während rechte Kommunikation vor allem mit Emotionen
 gegen Migration Stimmung macht, hat die politische Linke zu lange vor allem auf
 Zahlen gesetzt. Wir werden deshalb die menschliche Ebene antirassistischer
 Perspektiven in den Mittelpunkt stellen. Dafür suchen wir die Zusammenarbeit mit
 unseren politischen Verbündeten und bringen die Kampagne des Landesvorstandes auf
 Social Media. 

 Bewährte Veranstaltungen fortführen

 Die Jusos Baden-Württemberg profitieren intern von einer großen Bereitschaft, an
 Beteiligungsformaten mitzuwirken und sich dementsprechend gemeinsam zu vernetzen und
 sowohl politisches Wissen als auch Forderungen in die Gesellschaft zu tragen. 

 Im kommenden Arbeitsjahr nehmen wir uns deshalb vor, erfolgreiche Formate
 fortzuführen. Zu diesen Formaten gehören beispielsweise der Zukunftskongress, welchen
 wir mit unserem Leitthema bespielen wollen. Auch die Politikwerkstatt und den
 Kommunalgipfel möchten wir als bewährte Formate fortführen.

 Neue Ideen und neue Formate

 Im kommenden Arbeitsjahr wollen wir neben bestehenden Formaten auch neue
 Veranstaltungen einführen, um unsere inhaltliche Arbeit weiter zu stärken und den
 politischen Austausch zu fördern.

 In den vergangenen Jahren hat sich die BaWü-Delegation in Untergruppen einer
 WhatsApp-Community und Schalten auf den Bundeskongress (BuKo) vorbereitet. Von vielen
 Delegierten haben wir das Feedback bekommen, dass dieser Prozess mühsam und
 unpersönlich ist. Deswegen möchten wir uns als Delegation an einem Wochenende
 gemeinsam zu einem BuKo-Vorbereitungswochenende in Präsenz treffen, vernetzen und das
 Antragsbuch durcharbeiten.

 Zu Beginn des Arbeitsjahres veranstalten wir gemeinsam mit dem Deutschen
 Gewerkschaftsbund (DGB) ein Sommercamp. Thematisch möchten wir mit verschiedenen
 Workshops das Thema unseres Leinantrages “Arbeit demokartisch denken!” und das Thema
 unseres neuen Arbeitsjahres  “Antirassismus“ miteinander verknüpfen.

 Im kommenden Arbeitsjahr wird auch wieder das European-Youth-Event (EYE) stattfinden,
 an dem wir auch als Jusos teilnehmen möchten. Hierbei besteht die Gelegenheit, sich
 mit Mitgliedern des Europäischen Parlaments und anderen europäischen
 Entscheidungsträgern auszutauschen. Das Programm ist gefüllt mit Debatten, Workshops,
 Führungen und vielen mehr. 

 Unser Bildungsangebot und Angebote an die Kreisverbände

 Die Kreisvorsitzendenkonferenz hat sich bewährt, die Kreisverbände mitzunehmen und
 Anregungen und Kritik in die Arbeit des Landesvorstands einfließen zu lassen. Dabei
 wollen wir dieses Format weiterführen und zwei Kreisvorsitzendenkonferenz im nächsten
 Jahr abhalten. 

 Unsere Workshop-Angebote, welche wir letztes Arbeitsjahr aufgebaut haben, wollen wir
 weiterführen und ausbauen. Dabei wollen wir grundlegende Workshops anbieten, aber
 auch aktuelle Themen bei deren Aufkommen abdecken. 

 Wir stellen fest, dass Kreisverbände immer wieder auch nach praktischem Support bei
 Social-Media in ihren Kreisverbänden fragen. Neben Workshops zum Thema Social Media
 wollen wir auf Landesveranstaltungen Zeitslots schaffen, die wir zur Weitergabe von
 Praxiswissen zum Thema Social Media nutzen. In diesen Slots wollen wir zusammen mit
 den Kreisverbänden Content für die Jusos Baden-Württemberg und die Kanäle der
 Kreisverbände produzieren. So teilen wir Wissen und Erfahrungen, geben Best-Pracites
 weiter und unterstützen die Kreisverbände bei der Abdeckung unserer Veranstaltungen
 auf Social Media. 

 BIPoC Vernetzung stärken

 Die neugegründete BIPoC-Vernetzung (BIPoC: Black, Indigenous and People of Colour)
 dient als Raum für Empowerment und zum Austausch für alle Jusos, die sich der
 politischen selbstbezeichnung zugehörig fühlen. 

 Der Zugang zu dieser Vernetzung soll besonders über die sozialen Medien und der
 Vernetzung vor Ort gewährleistet werden. Das Ziel muss sein, dass in allen Regionen
 eine Repräsentanz von BIPoC Personen ist und dass ein Austausch über regionale
 Vernetzungen und auch das abhalten von critical whiteness Seminaren parallel möglich
 sein muss. 

 Auch im kommenden Jahr fordern wir die strukturelle Einbindung in die
 Landesverbandsarbeit sowie die Einbeziehung bei inhaltlichen Themen sowie der
 Organisation von Veranstaltungen. Die BIPoC-Vernetzung verstehen wir dabei nicht als
 symbolisches Projekt, sondern als langfristigen Bestandteil einer solidarischen,
 antifaschistischen und antirassistischen Verbandsentwicklung.

 Unsere JSAG (Angebot für Schülis und Azubis)

 Die JSAG bleibt ein zentraler Ort für die Interessenvertretung von Schüler*innen,
 FWDler*innen, FSJler*innen und Auszubildende innerhalb unseres Verbandes. Sie schafft
 Räume, in denen junge Menschen politische Arbeit kennenlernen, eigene Themen setzen
 und sich gegenseitig vernetzen können. Gerade für viele junge Mitglieder ist sie der
 erste Zugang zu den Jusos und zur sozialdemokratischen Bewegung insgesamt.

 Auch im kommenden Arbeitsjahr wollen wir die JSAG weiter stärken und sichtbarer
 machen. Dafür möchten wir die Zusammenarbeit mit Gewerkschaftsjugenden,
 Jugendvertretungen und weiteren Bündnispartner*innen ausbauen. Mit Workshops,
 Bildungsangeboten und Austauschformaten wollen wir junge Menschen dabei unterstützen,
 sich in Schule, Ausbildung und Betrieb selbstbewusst für ihre Interessen einzusetzen.

 Besonders wichtig ist uns dabei ein niedrigschwelliger Zugang. Nicht jede*r bringt
 politische Vorerfahrung mit und das darf auch keine Voraussetzung sein, um sich
 einzubringen. Die JSAG soll ein Ort sein, an dem Fragen gestellt werden können, neue
 Menschen Anschluss finden und politische Beteiligung ohne Druck möglich ist.

 Unsere Hochschulgruppen

 Unsere Juso-Hochschulgruppen vertreten die Interessen von Studierenden an den
 Hochschulen im Land und tragen sozialdemokratische Hochschulpolitik in die
 akademischen Räume Baden-Württembergs. Sie sind wichtige Ansprechpartner*innen für
 studentische Anliegen und leisten einen zentralen Beitrag dazu, progressive Politik
 an Hochschulen sichtbar und organisierbar zu machen.

 Gemeinsam mit der Landeskoordination wollen wir unsere Hochschulgruppen besser mit
 ihren Kreisverbänden vernetzen und es in Zukunft einfacher machen, neue
 Hochschulgruppen zu gründen. Die Hochschulgruppen vor Ort unterstützen wir bei ihren
 Wahlkämpfen für die Hochschulgremien. Hier kann unsere Politik direkt wirksam werden:
 Wir helfen Studierende in finanziellen Notlagen zu unterstützen, machen den Weg frei
 für mehr FINTA*-Personen an Lehrstühlen und in Führungspositionen und setzen uns für
 unsere Bildungsideale ein.

 Der Kampf gegen Rechts wird auch an unseren Hochschulen zunehmend brisanter.
 Rechtsextreme Kräfte haben progressive Räume an Hochschulen und ihnen unbequeme
 Forscher*innen als Feinde markiert und ihre Narrative entfalten bis in die CDU hinein
 immer stärker Wirkung. Wir wollen die zentrale Rolle die kritische Wissenschaft für
 eine progressive Gesellschaft spielt wieder sichtbarer machen und helfen, unsere
 Räume an den Hochschulen zu verteidigen.

Begründung

Erfolgt mündlich.