Pfand gehört daneben! Für mehr Würde beim Pfandsammeln

Zur Weiterleitung an: SPD-Landesparteitag

  Die Versammlung möge beschließen:

 In vielen Städten und Gemeinden gehören Menschen, die Pfandflaschen sammeln, längst
 zum Alltag. Das Sammeln von Pfandflaschen ist für viele Betroffenen eine wichtige
 Einkommensquelle und ein sichtbarer Ausdruck von sozialer Ungleichheit. Dabei
 geschieht das Sammeln häufig unter entwürdigenden und gesundheitsgefährdenden
 Bedingungen – etwa durch das Durchsuchen von Mülleimern, in denen sich neben
 Glasflaschen auch scharfe Gegenstände, Spritzen oder andere gefährliche Stoffe
 befinden können. Zahlreiche Städte in Deutschland haben bereits erfolgreich Maßnahmen
 ergriffen, um das Pfandsammeln sicherer, würdevoller und strukturierter zu gestalten
 – mit einfachen, kostengünstigen Vorrichtungen an öffentlichen Mülleimern, die es
 ermöglichen, Pfandflaschen sichtbar und getrennt aufzubewahren.

  Wir fordern daher die SPD-Fraktionen in Gemeinderäten und anderen kommunalen
 Gremien,
  sowie SPD-Bürgermeister*innen, in Orten in denen solche Regelungen noch nicht
 bereits
  existieren, dazu auf in ihren Gremien diesbezüglich Anträge mit folgenden
 Forderungen
  einzubringen:

  •   An allen neu installierten öffentlichen Mülleimern sollen
      Pfandflaschenhalterungen oder vergleichbare Vorrichtungen angebracht werden,
     die
      das separate und zugängliche Abstellen von Pfandflaschen ermöglichen.
  •   Langfristig sollen auch bestehende Mülleimer im öffentlichen Raum nachgerüstet
      werden – insbesondere an stark frequentierten Orten wie Haltestellen,
     Bahnhöfen,
      Parks und Spielplätzen oder in Innenstadtbereichen.
  • Die Vorrichtungen sollen so gestaltet sein, dass:
    •   sie leicht zugänglich und niedrigschwellig nutzbar sind, sie das
        Pfandsammeln erleichtern, sodass kein Eingriff in einen Mülleimer selbst
        erforderlich ist,
    •   sie das Stadtbild funktional ergänzen, ohne es zu beeinträchtigen,
    •   das Pfandsammeln würdevoll und sicher erfolgen kann und gesundheitliche
        Risiken minimiert werden.
    •   Es soll geprüft werden, ob entsprechende Lösungen aus anderen Kommunen (z.
        B. sogenannte “Pfandringe”, Halterungen oder Boxsysteme) übernommen oder
        lokal angepasst werden können. Sollte das nicht möglich sein, wird die
        Kommune beauftragt, ein niedrigschwelliges, umsetzbares und
       kostengünstiges
        Konzept zu entwickeln und gegebenenfalls mit sozialen Trägern,
        Entsorgungsunternehmen oder Initiativen, die bereits passende Modelle
        entwickelt haben, zu kooperieren.
    •   Außerdem soll die jeweilige Kommune auf die Vorrichtungen gezielt
        aufmerksam machen, um ein langfristiges Umdenken in der Bevölkerung zu
        gewährleisten. Denn Pfand gehört daneben! Auch wenn es auf den ersten Blick
        wie eine kleine Maßnahme erscheinen mag, betrifft dieses Anliegen konkret
        Menschen, deren Alltag ohnehin von Unsicherheit und Armut geprägt ist. Und
        selbst mit kleineren Maßnahmen können wir Rahmenbedingungen verbessern,
       die
        Solidarität ermöglichen und Respekt sichtbar machen. Wer den öffentlichen
        Raum gestaltet, gestaltet auch das gesellschaftliche Miteinander.

Begründung

erfolgt mündlich