Kita-Plätze und Wohnraum schaffen – ohne neue Flächen zu bebauen

Zur Weiterleitung an Juso Bundeskongress, SPD Landesparteitag, SPD Bundesparteitag

  Die SPD soll sich auf Bundesebene dafür einsetzen, ein Projekt zu starten, das
 zeigt,
  wie durch die Aufstockung oder Umnutzung bestehender Gewerbegebäude neue Kita-Plätze
  und bezahlbarer Wohnraum entstehen können. 

  Dabei sollen geeignete Flächen erfasst, rechtliche Rahmenbedingungen geprüft und
  Förderanreize geschaffen werden. Orientierung bieten gute Beispiele aus
  skandinavischen Ländern, wo Wohnen, Arbeiten und Kinderbetreuung erfolgreich
  kombiniert werden. 

Begründung

In Deutschland fehlen aktuell rund 384.000 Kita-Plätze. Gleichzeitig leidet das System unter einem starken Fachkräftemangel. Viele Einrichtungen müssen ihre Öffnungszeiten kürzen oder Kinder abweisen. Besonders betroffen sind Familien, die auf eine verlässliche Betreuung angewiesen sind, um arbeiten zu können.

Auch beim Wohnraum sieht es nicht besser aus: In vielen Städten wird bezahlbarer Wohnraum für Familien, Alleinerziehende und junge Menschen zunehmend knapp. Neubauprojekte dauern oft Jahre, Flächen sind begrenzt – und nicht selten scheitert es an Kosten oder Planungsverfahren.

Es braucht daher neue, kreative Lösungen. Statt neue Flächen zu versiegeln, sollten wir bestehende Gebäude besser nutzen. In Ländern wie Schweden oder Norwegen ist es längst üblich, Kita-Einrichtungen auf Dächern von Supermärkten oder Wohnungen über Bürogebäuden zu schaffen. Diese multifunktionalen Konzepte verbinden Bildung, Wohnen und Arbeiten auf intelligente Weise – und sie sparen Platz, Geld und Zeit. 

Gerade Supermärkte nehmen in Städten und Gemeinden häufig große Grundstücksflächen ein und werden in der Regel einstöckig gebaut. Bei zukünftigen Neubauten sollte daher mindestens zweigeschossig geplant werden, um die Fläche effizienter zu nutzen. Bei bereits bestehenden Gebäuden sollte eine Aufstockung grundsätzlich geprüft werden. Neben den sozialen Vorteilen leisten solche Konzepte auch einen wichtigen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz: Der sparsame Umgang mit Flächenressourcen reduziert den Versiegelungsgrad und trägt damit zur Erhaltung von Grün- und Erholungsräumen bei.