Die Versammlung möge beschließen:
Die Jusos Baden-Württemberg fordern die SPD Baden-Württemberg sowie die SPD-
Landtagsfraktion dazu auf, sich für die Schaffung eines umfassenden Förderprogramms
für Start-ups und für die Unterstützung bei der Betriebsübernahme kleiner und
mittelständischer Unternehmen (insbesondere Handwerksbetriebe) einzusetzen. Dieses
Förderprogramm soll insbesondere folgende Elemente enthalten:
- Einrichtung eines landesweiten Fördertopfs zur finanziellen und
organisatorischen Unterstützung von Start-ups und übernahmewilligen
Gründer*innen. - Bereitstellung von Infrastruktur: Dazu gehören
- kostenlos oder stark vergünstigt nutzbare Co-Working-Spaces,
- technische Ausstattung wie Laptops und Softwarelizenzen,
- Zugang zu Werkstätten, Laboren oder anderen spezifischen
Arbeitsumgebungen,
je nach Gründungsbereich.
Dabei sollen insbesondere auch Kooperationen mit Hochschulen und
Universitäten geprüft und gefördert werden, um vorhandene Ressourcen
effizient zu nutzen und den Wissenstransfer zwischen Wissenschaft und
Praxis zu stärken.
- Gründung eines „Amts für Zukunftsgründung und Betriebsübernahme“ auf
Landesebene, das:- individuelle Beratung zu Verwaltungs- und Gründungsfragen anbietet,
- bei Bürokratie und Genehmigungsverfahren unterstützt,
- als zentrale Anlaufstelle für Fördermittel dient,
- Workshops, Mentoring (durch Kammern, geschaffenes Amt oder erfahrene
Betriebsinhaber*innen) und rechtliche Erstberatung ermöglicht.
- Nachhaltige Unterstützung nach der Betriebsübernahme:
- Aufbau einer gezielten Beratungs- und Unterstützungsstruktur für
Jungunternehmer*innen, die kürzlich einen Betrieb übernommen haben, - Hilfestellung bei administrativen, steuerlichen und rechtlichen Aufgaben
im
Betriebsalltag, - temporäre Entlastungsmaßnahmen, bis ein nachhaltiger Bürokratieabbau auf
Landesebene umgesetzt ist,
- Aufbau einer gezielten Beratungs- und Unterstützungsstruktur für
Schaffung attraktiver Rahmenbedingungen, um die mit der Betriebsführung verbundene
Verantwortung tragbar und motivierend zu gestalten.
Begründung
Gerade junge Menschen mit innovativen Ideen stehen vor immensen Herausforderungen, wenn sie ein Unternehmen gründen möchten: Fehlende finanzielle Rücklagen, unübersichtliche Bürokratie und mangelnde Infrastruktur sind häufig Hürden, die gute Ideen scheitern lassen. Das Land Baden-Württemberg muss deshalb proaktiv Strukturen schaffen, um solche Gründungen zu erleichtern und zu fördern.
Gleichzeitig sehen wir, dass in vielen Regionen Handwerksbetriebe und kleine Unternehmen schließen, weil keine Nachfolge gefunden wird. Häufig liegt das nicht an mangelndem Interesse, sondern an der Überforderung durch Bürokratie und Unsicherheit bei der Übernahme. Auch nach der Übernahme bleiben junge Unternehmer*innen oft mit der gesamten Verantwortung und einem schwer durchschaubaren Verwaltungsapparat allein. Hier braucht es politische Unterstützung – mit konkreter Hilfe, nicht nur Absichtserklärungen.
Mit einem gezielten Förderansatz, der sowohl Neugründungen als auch Betriebsübernahmen aktiv und nachhaltig unterstützt, können wir zur wirtschaftlichen Zukunftsfähigkeit des Landes beitragen – sozial, nachhaltig und innovativ.
