Social Media regulieren – Meinungsfreiheit schützen, Desinformation sanktionieren

Die SPD setzt sich auf Landes-, Bundes- und Europaebene dafür ein, dass die
  Regulierung von Social-Media-Plattformen verbindlich durchgesetzt wird, um
  Desinformation, Propaganda und Einflussnahme durch automatisierte Accounts
  einzudämmen.

  Dabei sollen insbesondere folgende Maßnahmen unterstützt und umgesetzt werden:

  1.   Verbindliche Durchsetzung bestehender EU-Regelungen
      Die EU hat mit dem Digital Services Act und weiteren Instrumenten bereits klare
      Vorgaben beschlossen. Diese werden in vielen Mitgliedstaaten jedoch
     unzureichend
      umgesetzt oder kontrolliert. Deutschland muss hier mit gutem Beispiel
      vorangehen, durch wirksame Sanktionsmechanismen und Kontrollinstanzen.
  2.   Unabhängige Kontrollgremien auf EU-Ebene
      Eine europäische Aufsichtsstruktur soll Verstöße systematisch überwachen,
      öffentlich benennen und Sanktionen verhängen können. Plattformen dürfen sich
      ihrer Verantwortung nicht durch nationalstaatliches Ping-Pong entziehen.
  3. Sanktionen bei systematischem Regelbruch
      Plattformen, die in EU-Ländern geltende Transparenz- und Schutzregeln nicht
      einhalten, sind zu sanktionieren:
    •   Temporärer Entzug von Werbeeinnahmen der Plattformen im betroffenen Land
    •   Sperrung einzelner Funktionen
    •   Bußgelder mit echter Abschreckungswirkung
    •   Transparenz über Sanktionen öffentlich machen
  4.   Kennzeichnungspflicht für Bots und automatisierte Inhalte
      Inhalte automatisierter Accounts dürfen nicht algorithmisch priorisiert werden.
      Verstöße sind klar zu ahnden. Plattformbetreiber müssen aktiv nach solchen
      Inhalten suchen und sie kennzeichnen, nicht nur reagieren.
  5.   Schutz des europäischen Kommunikationsraums vor gezielter Einflussnahme
      Der digitale Raum ist Teil unserer kritischen Infrastruktur. Wir fordern klare
      Regeln, um gezielte Einflussnahmen durch Drittstaaten – etwa durch
     Botnetzwerke,
      KI-generierte Inhalte oder gekaufte Reichweiten, frühzeitig zu erkennen und zu
      stoppen. Der europäische und deutsche Markt muss geschützt werden.
     Demokratisch,
      transparent und durchsetzungsstark.
  6.   Stärkung digitaler Bildung
      Politische Bildung muss auch Medienbildung sein. Digitale Aufklärung in
     Schulen,
      Jugendzentren und Elternarbeit muss flächendeckend etabliert und staatlich
      gefördert werden.

Begründung

Desinformation, digitale Manipulation und orchestrierte Bot-Kampagnen sind längst Teil der politischen Realität – besonders auf TikTok, X (Twitter) und Instagram. Plattformbetreiber agieren dabei oft rein wirtschaftlich. Bestehende gesetzliche Regelungen wie der Digital Services Act werden bisher viel zu selten durchgesetzt und von Plattformen selbst missachtet. Der Bundesrat hat bereits 2018 (Drucksache 519/18) auf diese Gefahr hingewiesen – doch es fehlt bis heute an wirkungsvollen Kontrollgremien und Sanktionen.
Tagtäglich begegnen uns reichweitenstarke Videos die behaupten „Putin würde Deutschland retten“. Beim genaueren Nachsehen orchestriert von inhaltslosen Bots.
Dabei ist ganz klar: Fake-News und Meinungskampagnen begegnen jedem und sind eine große Gefahr für uns und die freiheitlich Demokratische Grundordnung.

Deshalb braucht es jetzt: klare Regeln, harte Konsequenzen und den politischen Willen, unsere Demokratie auch digital zu schützen.